23/02/2026
Erdbebenrisiken in Las Terrenas
Das letzte grosse Erdbeben in Las Terrenas war im August 1946. Als ich noch in Las Terrenas wohnte, begegnete ich eines Tages einer älteren Dominikanerin, die dieses Erdbeben selbst miterlebt hatte.
`Es war an einem Sonntag im August 1946. Ich ging am Strand spazieren, als plötzlich die Erde bebte. Ich stürzte zu Boden, war aber froh, dass ich in den Sand fiel. Dann passierte etwas eigentümliches, das Meer zog sich wie aufgesaugt zurück. Die Korallenbänke standen auf einmal wie nackte Felsen auf dem Meeresboden. das sah so schrecklich aus, dass ich erschrank.
Dann wurde mir bewusst, dass das Meer wiederkommen würde und ich begann zu rennen, vom Meer weg zu rennen, so schnell ich konnte. Ich erreichte den kleinen Berg bei der Brücke, dann kam das Meer mit grosser Wucht und schwappte zu mir herauf, wie ein gefrässiges Untier. Ich hatte Glück gehabt, mir war nichts passiert. Aber es gab viele Tote, Verwundete und all die Holzhäuschen waren weg.`
Die Erdspannungen, die sich seit 1946 an der Bruchlinie der Septentrional Verwerfung etwa 60 km vor der Atlantikküste aufgebaut haben, dürften inzwischen kritische Werte erreicht haben. Amerikanische Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Bewegungen zwischen der amerikanischen und der karibischen Platte jährlich etwa 1cm betragen würden, wenn die Verwerfungsfuge sich unbehindert bewegen könnte. Doch die hohen Pressungen verhindern eine Bewegung, sodass es in der Vergangenheit alle ca 60 Jahre zum Bruch gekommen ist. Inzwischen ist aber bereits eine Zeit von 80 Jahren vergangen. Jeder, der in Las Terrenas wohnt, sollte daher einen Notfallplan aufstellen, um nicht tödlich überrascht zu werden.
"Große Erdbeben haben die Region seit 1670 insgesamt 13-mal heimgesucht", sagt ten Brink, Erdbebenexperte,"drei davon wurden von starken Tsunamis begleitet." Und wenn es ein paar Jahre lang ruhig bleibt, ist das nicht Anlass zur Entwarnung - sondern zur Sorge. "Vor allem die Septentrional-Verwerfun...