19/05/2025
Vienna - Batzen Bräu
In dieser Zeit des Erwachens der Kunst und der Wissenschaften, in der die Welt sich in neuem Glanze zeigt und in der sich der Kampf durch das Gesetz und der Kampf durch Gewalt die Waage halten, hatte ich die Ehre, mich an einem köstlichen Gebräu bei einem Symposion zu laben. Diese Köstlichkeit war von den Braumeister des Batzen Bräu in Bozen erschaffen worden. Das Wiener Lager, so wird dieses flüssige Gold genannt, ist wahrlich ein Werk der Kunst, das selbst die Götter auf dem Olymp zu schätzen wüssten.
Bei der ersten Betrachtung präsentiert sich das Bier in einem klaren, dunkelgoldenen Gewand, das an die Strahlen der Abendsonne erinnert, welche über die steilen Hänge der Südtiroler Berge streifen. Der Schaum, weiß wie die Wolken am Himmel, krönt das Gebräu und verleiht ihm die Erscheinung eines alten, weisen Mannes.
Der erste Schluck offenbart, wie die Register einer Orgel, seine Aromen, die auf der Zunge tanzen wie die Musik von Paul Hofhaimer am Hofe von Kaiser Maximilian. Die Süße des Malzes, sanft und einladend, vermählt sich mit blumigen Hopfenaromen, die den Gaumen umspielen. Es eröffnet sich eine Aromenwelt, als würde man durch den geheimen Garten des Guts Misselthwait wandeln, in dem die süßen Düfte der Blumen mit der erfrischenden Brise des Morgens verschmelzen.
Das Gefühl dieses Bieres im Trunk ist von einer solchen Eleganz, dass es einem vorkommt, als würde man sich an Nektar und Ambrosia laben. Es ist von einer Harmonie, die den Geist erhebt und das Herz schneller schlagen lässt.
In dieser Zeit, in der der Kampf mit tierischer Gewalt die Welt verdunkelt, ist es ein wahrer Segen, ein solches Meisterwerk der Braukunst zu genießen und in eine Utopie einzutauchen. Möge Batzen Bräu weiterhin solche Köstlichkeiten erschaffen, die die Sinne verwöhnen und das Herz erfreuen.