08/10/2020
Kölner Erklärung #2
Liebe Kölnerinnen und Kölner,
wir bitten euch alle uns kurz zuzuhören und uns sehr ernst zu nehmen. Wir stehen vor einem Elften im Elften, der uns in epochale Schwierigkeiten bringen kann. Wir stehen vor einem Tag, an dem normalerweise hunderttausende Menschen ausgelassen feiern und extrem viel Alkohol trinken. In Kneipen und Restaurants, auf der Straße und in privaten Wohnungen. 
In Köln gibt es 550.000 Haushalte. Wenn nur jede 200. Wohnung eine kleine Party feiert, dann bewegen wir uns bei 2750 privaten Veranstaltungen, die dafür sorgen würden, dass sich die derzeitigen Infektionen in einem unvorstellbaren Maß nach oben vervielfachen. Nur 10 bis 20 Superspreader würden Köln, aller Wahrscheinlichkeit nach, 8 Tage später einen kompletten Lockdown bescheren. Keine geöffnete Gastronomie in der gesamten Weihnachtszeit, starke Einschränkungen des Handels, keine weihnachtlichen Märkte und dabei noch komplett lächerlich gemacht vor den Augen Deutschlands und der Welt. Wir alle würden das wirtschaftlich nur mit größten Schäden oder garnicht überstehen.
Der 11.11. wird von tausenden Kamerateams begleitet, alle möchten schauen ob es Köln hinbekommt oder nicht, ob wir scheitern, ob wir uns verkleiden, saufen und daneben benehmen. Wenn wir der Welt diese Bilder geben, dann werden wir im schlimmsten Falle auf Jahre einen Schaden bei den so wichtigen Themen Tourismus und Wirtschaft erleiden. Köln würde sich blamieren und deutlich an Ausstrahlung und Herzlichkeit verlieren. 
Wir werden noch lange mit diesem beschissenen Virus leben müssen und die Menschen werden in Zukunft dort Urlaub machen, zu Messen reisen oder Sportveranstaltungen besuchen, wo sie sich sicher fühlen.
Wir appellieren dringend an Sie und euch alle. Bitte feiert am 11.11. keinen Karneval. Nicht auf der Straße, nicht in unbelehrbaren Kneipen und auf keinen Fall zuhause!!!
Zuhause und im Freundeskreis liegt unser größtes Problem und dafür brauchen wir euch alle. Wir kümmern uns um die Gastronomien, die Stadt kümmert sich mit der Polizei um die Straße und ihr macht bitte in den privaten Bereichen das Beste draus. Sprecht mit euren Kindern, dass Feierlichkeiten am 11.11. in Köln verantwortungslos sind und nicht gehen. Sagt Freunden, Familie und Nachbarn, dass auch nur kleine Partys in den Wohnungen und Häusern extrem uncool sind. Besprecht bitte was auf dem Spiel steht, tragt es nach außen, in jedes Veedel und zu allen Menschen.
Natürlich sollen wir uns alle an dem Tag bewegen können, raus gehen, eine Gans essen im Restaurant, Skat spielen in der Kneipe, zur Schule, in die Kita und zur Arbeit. Alles, was bis dato geregelt gut funktioniert hat, soll an dem Tag auch funktionieren. Aber bitte bitte keine Partys. Nicht in der Gastronomie, nicht auf der Straße und nicht zuhause. Auch nicht mit nur 10 oder 15 Personen.
Denkt bitte alle mit daran was auf dem Spiel steht.
Bitte teilt diesen Beitrag, es ist wichtig dass wir möglichst alle Kölnerinnen und Kölner erreichen. Bitte beteiligt euch und seid unser Sprachrohr. Wir haben kaum eine andere Chance!
Im Gegenzug versprechen wir euch im Jahr drauf wieder mit allerbester Laune für euch da zu sein. Auch wir vermissen das schönste „Jeföhl“ der Domstadt schon jetzt. Unsere Lieder, unsere Sprache, unseren Fasteleer. Aber es nützt nix, diesen 11.11. müssen wir uns stark einschränken, damit es danach wieder werden kann wie wir es alle immer so sehr geliebt haben.
Eure Gastronomen/Innen der Domstadt
PS: Alle die unsere Kampagne unterstützen möchten, bitte kommentiert diesen Beitrag einfach mit eurem Namen. Egal ob Kneipen, Cafés, Restaurants, Bars oder Clubs, ob Künstler/Innen, Bands, Verlagshäuser, Politiker/Innen, Parteien, Organisationen oder Events. Wir freuen uns über alle die unterzeichnen und werden das gesammelt auf Plakate, Littfaßsäulen und in Zeitungen drucken. Für einen sicheren Elften im Elften.