14/10/2025
„Swingtime“ im Bürgersaal Stadtbergen – ein Abend voller Charme und Lebensfreude
Martin Schmid und seine Band begeistern das Publikum mit musikalischer Eleganz, Witz und viel Swing
Stadtbergen – Der Bürgersaal war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Martin Schmid mit seiner Band am Samstagabend sein Programm Swingtime präsentierte. Schon nach wenigen Takten war klar: Hier wird nicht einfach nostalgisch erinnert, sondern mit Herzblut und Leichtigkeit musiziert.
Pünktlich um 20 Uhr eröffneten Schmid und sein Ensemble den Abend schwungvoll und charmant. Seine warme Stimme, begleitet von Daniel Mark Eberhard am Flügel, Uli Fiedler am Kontrabass, Walter Bittner am Schlagzeug und Stephan Holstein an Klarinette und Saxophon, brachte sofort eine wunderbare Atmosphäre in den Saal. Die Musiker swingten mit spürbarer Spielfreude – handgemacht, ehrlich und präzise.
Ein erster Höhepunkt, gleich zur Eröffnung des Abends, war Schmids Version des 1938 entstandenen Berliner Klassikers von Helmuth Wernicke: „Das Fräulein Gerda“ - gefolgt von seiner augenzwinkernden Version von „Mackie Messer“. Statt dramatischer Düsternis setzte der Sänger auf federnden Jazz-Rhythmus und subtile Ironie. Holsteins Saxophonsolo füllte den Raum mit warmem, farbenreichem Ton – ein Genuss für Jazzfreunde und Liebhaber klassischer Unterhaltungsmusik gleichermaßen. Besonders hervorzuheben war das virtuose Zusammenspiel der Band: Jede Solopassage – ob am Saxophon, am Kontrabass, am Schlagzeug oder am Flügel – wurde vom Publikum mit begeistertem Applaus honoriert.
Neben bekannten Swing-Standards überraschte das Ensemble immer wieder mit eigenen Arrangements und raffinierten musikalischen Übergängen. Die Musiker – allesamt Meister ihres Fachs – glänzten nicht nur in den Ensemblesätzen, sondern auch in ihren Soli. Besonders das Saxophon und der Flügel sorgten für spontane Begeisterung im Publikum.
Schmid, stets mit einem Lächeln und einer humorvollen Anekdote auf den Lippen, bewies sich erneut als Gastgeber, der den Funken vom ersten Moment an überspringen lässt. Kein Wunder, dass am Ende nicht nur Zugaben gefordert wurden – viele im Saal hätten gerne noch länger zugehört.
Pure Lebensfreude war angesagt: Spätestens bei „Rote Lippen soll man küssen“ sprang der Funke vollends über. Das Publikum klatschte im Rhythmus, lachte und ließ sich von der mitreißenden Energie anstecken. Besonders die Klarinette glänzte hier mit tänzerischem Spielwitz.
Zwischen den Liedern führte Martin Schmid mit Witz und Charme durchs Programm. Kleine Geschichten, spontane Einwürfe und augenzwinkernde Anspielungen auf das Lebensgefühl der Swing-Ära sorgten immer wieder für Lacher. Seine natürliche Bühnenpräsenz machte ihn zum perfekten Gastgeber eines Abends, der ebenso gemütlich wie professionell wirkte.
Nach der letzten Zugabe und dem letzten Akkord gab es stehende Ovationen und langanhaltenden Applaus.
Fazit:
Ein rundum gelungener Abend im ausverkauften Bürgersaal Stadtbergen – voll musikalischer Qualität, Humor und spürbarer Leidenschaft.
Martin Schmid und seine Band haben gezeigt, dass Swing auf Deutsch nicht verstaubt klingt, sondern frisch, lebendig und voller Herzblut.
Swing lebt – und wie!