10/12/2025
Auch heute nehmen wir euch wieder mit auf eine Reise über unseren mittelalterlichen Markt und stellen euch die Menschen hinter den Gesichtern vor, die unseren Markt mit Leben füllen.
Der Fellhändler pflegt eine besonders herzerwärmende Geschichte mit unserem Markt. Bereits mit acht Jahren wurde er hier vom "Mittelalter-Virus" infiziert. Seit zwölf Jahren ist er auf dem Markt – anfangs als Mitarbeiter, später, nach dem tragischen Tod des Vorbesitzers Alex, als Standinhaber. Alex Mutter bat ihn, das Erbe fortzuführen, was er bis heute mit Herz und Seele tut.
Auf die Frage nach seiner Rolle im Mittelalter meint er, er wäre wohl Herold geworden, da er weder als Beutelschneider "arschig" noch als Handwerker geschickt genug gewesen wäre und für den Adel fehle ihm das reine Blut .
Wir sind froh, dass er Fellhändler wurde, denn er bietet einzigartige Waren an: pflanzlich gegerbte Friesenfelle. Laut seiner Aussage gibt es diese Qualität auf sonst keinem historischen Markt und prinzipiell nicht südlich von Hamburg zu kaufen, wobei die Felle sogar für die Außennutzung geeignet sind.
Der heutige Stand hält die Erinnerung an Alex lebendig, um die lange Tradition zu ehren. Dies zeigt sich im angepassten Logo und einer Kerze namens Alex, die täglich im Gedenken angezündet wird.
So ist der Fellhändler nicht nur ein Händler, sondern ein Geschichtenerzähler, der die Vergangenheit ehrt, während er mit seinen einzigartigen Fellen die Zukunft des Marktes wärmt
Die Süpplin & Champignons
Ihre Geschichte mit dem Markt ist lang und familiär: Sie ist bereits seit 30 Jahren Teil des Geschehens. Sie begann, indem sie ihrer Mutter am Bäckerstand aushalf, wechselte später als Aushilfe zum Suppenstand und führt seit 2022 nun selbst den Stand der Süpplin & Champignons. Besonders freut sie sich, diese Tradition fortzusetzen, da mittlerweile ihr eigener Sohn am Stand mithilft – so wie sie es damals bei ihrer Mutter tat.
Sie kommt jedes Jahr gerne hierher und schätzt die handwerkliche Qualität und die Tatsache, dass alles selbst gemacht ist. Gleichzeitig liebt sie das "Derbe" am Markt: "Man kann einfach locker sein", beschreibt sie die entspannte Stimmung. Beeindruckend war für sie, wie viele Menschen trotz schlechten Wetters am Wochenende den Weg zum Markt fanden, was für die Beliebtheit des Angebots spricht.
Um den Besuchern das volle Markterlebnis zu ermöglichen, empfiehlt sie besonders die Gaukler-Show, die Tänze und das leckere Essen. Auch im Mittelalter hätte sie wohl dafür gesorgt, dass die Stimmung passt: Sie wäre wahrscheinlich eine Tavernenwirtin oder Schankmagd geworden, deren Aufgabe es war, die Leute zu unterhalten und zum fröhlichen Essen und Trinken zu motivieren.
Nun sind wir froh, dass sie im Hier und Jetzt in Siegburg ist und fragen sie nach ihrer Verbindung zu unserer Stadt. Ihre Antwort ist kurz und knapp: "Meine Heimat."
Fotos: Bastian Ulrich