High Noon Musik 2000+

High Noon Musik 2000+ Darüber hinaus stellt das Format ein Experimentierfeld für professionelle Musiker des Bodenseeraumes dar.

High Noon Musik 2000+ - seit 2010 feste Konzertreihe in Konstanz - hat sich zur Aufgabe gesetzt, zeitgenössische Kammermusik in einem regelmäßig wiederkehrenden und ansprechenden Rahmen zu präsentieren. Initiator ist der Schlagzeuger und Komponist Ralf Kleinehanding.

Das dritte TONKUNST KONSTANZ-Festival ist wieder Geschichte. Trotzdem, dass wir an diesen zwei Tagen in Konkurrenz zum F...
01/06/2026

Das dritte TONKUNST KONSTANZ-Festival ist wieder Geschichte. Trotzdem, dass wir an diesen zwei Tagen in Konkurrenz zum Frühling standen, blicken wir sehr glücklich und zufrieden darauf zurück. Auch in diesem Jahr durften wir am Samstag eine bunte Programmmischung erleben. Die Kulturbühne Geistreich lud zum Auftakt zunächst eine Duo-Formation des Freiburger Ensemble Recherche ein. Shizuyo Oka und Åsa Åkerberg schafften es die nahezu 90 Minuten mit ihren beiden Instrumenten Klarinette und Cello gänzlich zu füllen. Extreme und zarte Klänge, technische und kammermusikalische Brillanz und eine Uraufführung des gemütlichen Roadrunners von Hans Thomalla eröffneten den ersten Festivaltag.
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Nach der folgenden Pause füllte sich der Raum mit weiteren Leuten, die zuvor dem endlich eingekehrten Frühling gehuldigt hatten. Patrick Manzecchi (Schlagzeug) und Jonathan Chazan (Saxofon) präsentierten ihren Set mit Improvisationen auf unterhaltsame Art. Mal elegisch, mal energisch, immer wieder neckisch und humorvoll provozierten sie sich gegenseitig, nutzen fast den ganzen physikalischen Raum, füllten den musikalischen, ließen aber auch immer wieder klingende nachhallende Lücken. Nach fast 60 Minuten voller Töne, Glocken, Wasser, Papier und vielem anderen wurde die Bühne schnell bereitet für das Trio Le Circle Rouge.
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Auch hier spielten sich Christian Weber, Harald Kimmig und Sascha Henkel – eingeladen vom Jazzclub - in ihrer langen Impro die Bälle zu. Allerdings auf ganz andere Art als Chazan/Manzecchi: reaktionsschnell wie der SC Freiburg in den 90ern, reduzierend wie Josef Beuys, elektrisch wie Björk, radikal wie Mike Patton und quirlig wie Otto Walkes. Zum Abschluss erklang noch als Rausschmeißer ein „Schlaflied“ – und schon war der erste Festivaltag vorüber.
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Bereits traditionell gestaltete der Verein HighNoon - Freunde Neuer Musik e.V. den Festival-Sonntag. Um 11.00 Uhr luden Jonathan Chazan und Peer Kaliss zu einem Workshop ein, der von Klein- und Schulkindern gleichermaßen besucht wurde wie von Erwachsenen und einigen Künstler*innen des Festivals. Nach einem gemeinsamen Warm-Up mit Übungen für Reaktion und Körperbeherrschung errieten die Teilnehmenden Klänge und erfuhren Wissenswertes über originelle Blasinstrumente und Kunstwerke. Die gemischte Gruppe interpretierte am Ende des Workshops mit kreativem „Instrumentarium“ wie z.B. Pfannen, Spachtel, WC-Bürsten, Glasflaschen, Röhren eine Seite aus Cornelius Cardews „Scratch Music“. Der Anlass mit viel Gemeinschaftssinn darf gerne fortgeführt werden.
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Direkt nach dem 12-Uhr-Läuten des Münsters begannen Viviane Hasler (Sopran), Antonio Marin (Posaune), Ina Callejas (Akkordeon) und Jonathan Chazan mit Ralf Kleinehandings neuester Aperitif-Version den musikalischen Mittag. In einem sehr abwechslungsreichen Konzert in unterschiedlichen Formationen erklangen nicht nur wunderschön gesungene Satie-Lieder im neu bearbeiteten Gewand (Mike Svoboda), es wurde auch die Frage gestellt „is it music?“, es durfte harmonisch bei Tobias Krebs geschwelgt werden, das Publikum wurde von Chazan und Callejas auf einen höllischen Ritt geschickt u.a. Zum krönenden Abschluss durfte man einer beeindruckenden Uraufführung von Tze Yeung Ho aus Norwegen lauschen. Ein erfüllender und berechtigter „Bravo“- Applaus beendete viel zu schnell das dritte TONKUNST KONSTANZ - Festival für neue Musik.
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Gerne und hoffentlich wieder, man kann sich langsam daran gewöhnen!

Copyright Fotos: Ina Callejas, Jürgen Callejas, Stefan Postius, Peer Kaliss

Abschlussfoto nach den letzten verklungenen Tönen des Festivals!
26/04/2026

Abschlussfoto nach den letzten verklungenen Tönen des Festivals!

Das war Tag 1 des Festivals:Quartettprobe "HighNoon" am Vormittag und ab 18 Uhr drei Ensembles non stop. Morgen geht es ...
25/04/2026

Das war Tag 1 des Festivals:
Quartettprobe "HighNoon" am Vormittag und ab 18 Uhr drei Ensembles non stop.
Morgen geht es 11 Uhr weiter mit "Scratch-Workshop" und 12 Uhr "HighNoon Musik 2000+".

25/03/2026
Am Sonntag, den 11. Januar war die Sonne um 12.00 Uhr zwar nicht wirklich zu sehen, dennoch wussten viele Menschen, dass...
19/01/2026

Am Sonntag, den 11. Januar war die Sonne um 12.00 Uhr zwar nicht wirklich zu sehen, dennoch wussten viele Menschen, dass es High Noon sein musste: Das Studio der Philharmonie Konstanz füllte sich mit Publikum, wie wir es nur selten erlebt hatten. Anlass war die Uraufführung von Ralf
Kleinehandings Vertonungen von Texten Franz Kafkas, inspiriert durch einen Artikel des Südkuriers.
Sopranistin Franziska Groß verlieh diesen neuen, nennen wir sie ruhig „Liedern“, eine stimmlich beeindruckende und zugleich erzählerische Gestalt. Mit großer Ausdruckskraft führte sie durch die Textwelten Kafkas und hielt das Publikum über das gesamte einstündige Programm in Bann.
Ebenso gefordert und überzeugend war Kristin Kristjánsdóttir am Klavier, die Franziska Groß aufmerksam und nuancenreich begleitete – eine Dauerpräsenz, die großen Respekt verdient.
Ein besonderer klanglicher Reiz entstand durch das Zusammenspiel mit Ilya Andrianov am Violoncello sowie dem Vibraphon und der Percussion, gespielt von Ralf Kleinehanding selbst. Diese Instrumente fügten sich organisch in den Gesamtklang ein.
Durch die Kombination von Kafkas Texten und Tagebuchaufzeichnungen mit Kleinehandings Musik entstand ein eindrückliches Kopfkino: dunkle Gassen Prags tauchten vor dem inneren Auge auf, die Kuriositäten und Abgründe des Alltäglichen wurden spürbar. Der musikalische Wandel vom heftigen Regenschauer bis hin zum gleißenden Sonnenschein war nicht nur hörbar, sondern – selbst mitten im Winter – nahezu körperlich erfahrbar.
Ein mehrdimensionales Kunsterlebnis, das einen perfekten Start ins neue Jahr bot und große Lust auf ein spannendes High-Noon-Jahr macht.

©️ Stefan Postius

Kommenden Sonntag im Studio der Bodensee Philharmonie Konstanz: Musik von Ralf Kleinehanding, Texte von Franz Kafka.
09/01/2026

Kommenden Sonntag im Studio der Bodensee Philharmonie Konstanz: Musik von Ralf Kleinehanding, Texte von Franz Kafka.

Konzertbericht:Duo Klexs lotet die Grenzen des Absurden aus30. November 2025, 12.00 UhrMit einem Konzert, das seinem Mar...
09/12/2025

Konzertbericht:
Duo Klexs lotet die Grenzen des Absurden aus
30. November 2025, 12.00 Uhr

Mit einem Konzert, das seinem Markenzeichen – dem ungewöhnlichen Mittagszeitpunkt – alle Ehre machte, präsentierten die HighNoon – Freunde neuer Musik e.V. vergangenen Sonntag ein besonderes Experiment der Gegenwartskunst. Zu Gast war das Ensemble Duo Klexs, das sein Publikum nicht nur musikalisch, sondern auch performativ an die Grenzen des Erwartbaren führte.

Schon zu Beginn wurde deutlich, dass an diesem Mittag nichts Gewohntes zu erwarten war. Das Duo - bestehend aus Saxophon und Bratsche sowie der menschlichen Stimme und einer eindrucksvoll präzisen Pantomimik - widmete seinen Auftritt dem Thema „Absurdität“. Ein Begriff, den die Künstlerinnen selbst so beschrieben: „ein Wort, das unsere Gegenwart treffend beschreibt. Zwischen globalen Krisen und den inneren Spannungen der Kunstwelt sucht unser neues Projekt nach Wegen, das Unfassbare zu fassen. Statt politischer Parolen setzen wir auf das Spiel mit dem Ungewöhnlichen.“

Der Raum war bereits mit Spannung geladen, als ein Wort-Dialog („HRR GLL SRR“ von P. C. Zumthor) eröffnete, dessen Silben weder einer bekannten Sprache noch einem nachvollziehbaren Rhythmus entsprachen. Ein eindringliches Sprechen, das eher Gefühle als Bedeutungen transportierte.
Kaum hatten die Zuhörer*innen sich darauf eingelassen, geschah etwas Unerwartetes: Ein Staubsauger begann zu laufen („Vakuum Lieder“ von C. Bauckholt). Das Saugrohr wurde an die Wange gehalten und erzeugte jenseitige Töne; viele Facetten dieser Klangerzeugung wurden auf diese Art ausgereizt und das Publikum schwankte zwischen Lachen und Verblüffung.

Darauf folgte eine lange, beinahe tranceartige Performance („music for one alto saxophone“ von F. Nussbaumer): Ein aufrecht stehendes Saxophon mit aufgesetztem Lautsprecher und drei weiteren Lautsprecherboxen, verbunden über Kabel mit einem Nebenraum, bildete das Zentrum. Von dort aus schickten drei unsichtbare Musiker Klangfetzen in den Saal. Harte, rauschende Rhythmen – ein monotones, nervenzersetzendes ratata, das in seiner Unbarmherzigkeit tatsächlich an Maschinengewehrsalven erinnerte – wechselten sich ab mit langgezogenen Saxophon- und Bratschentönen, die anfangs Hoffnung auf eine harmonische Auflösung weckten. Doch diese blieb aus. Während die harschen Impulse dominierten, kühlte die Stimmung im Raum deutlich ab. Manche Zuhörer rückten unruhig auf ihren Stühlen, andere schlossen die Augen, als wollten sie die akustische Herausforderung besser ertragen. Das Fehlen einer finalen „Erlösung“ wirkte radikal und konsequent – und ließ das Publikum zutiefst verunsichert zurück.

Erst das anschließende Sopransaxophon-Solo („Hommage à Prokofiev“ von C. Torres), gespielt mit Schwimmflossen an den Füßen, brachte einen Hauch von Humor und unerwarteter Leichtigkeit zurück in den Raum. Der absurde Anblick lockerte die Stimmung und leitete ein versöhnliches Ende ein.

Den Abschluss bildete ein beeindruckender Dialog der beiden Musikerinnen („Retrouvailles“ von G. Aperghis): präzise artikulierte Worte, die einer nicht existierenden Sprache entstammten. Die Szene wirkte wie eine ernste Diskussion, gleichzeitig wie ein Ritual, beinahe wie ein synchroner Sprechgesang in einer magischen Verhandlung. Am Ende saßen beide an einem Tisch, sprachen im Gleichklang – ein letzter, eindrucksvoller Moment der Absurdität und Konzentration.
Als die letzten Klänge verklungen waren, verließ das Publikum den Raum in auffallender Stille. Eines jedoch war unbestreitbar: Das Duo Klexs hatte es geschafft, die Zuhörer herauszufordern und ihnen ein Erlebnis zu schenken, das weit über den reinen Musikgenuss hinausging.

Ein Konzert, das Mut verlangte – vom Ensemble ebenso wie vom Publikum. Und ein Sonntag Mittag, der dem Begriff „Absurdität“ auf eindrückliche Weise gerecht wurde.

HighNoon – Freunde neuer Musik e.V.

Fotos: Stefan Postius

Neue Musik am Sonntag Mittag - das Duo Klexs spielt heute in Konstanz!
30/11/2025

Neue Musik am Sonntag Mittag - das Duo Klexs spielt heute in Konstanz!

Jugendliche bringen Neue Musik zum LeuchtenHighNoon - Freude Neuer Musik e.V. präsentiert „NewKammer" im Studio der Bode...
24/11/2025

Jugendliche bringen Neue Musik zum Leuchten
HighNoon - Freude Neuer Musik e.V. präsentiert „NewKammer" im Studio der Bodensee Philharmonie in Konstanz.

Konstanz, 23. November 2025 – Im Studio der Bodensee Philharmonie Konstanz fand am Sonntag ein außergewöhnliches Konzert statt, das ganz im Zeichen der Neuen Musik stand und vollständig von Jugendlichen gestaltet wurde. Der gemeinnützige Verein HighNoon - Freude Neuer Musik e.V. präsentierte im Rahmen seiner Reihe NewKammer bereits im sechsten Jahr ein Programm, das zeitgenössische Musik lebendig und nahbar vermitteln soll.

Wie in den vergangenen Jahren standen Werke moderner Komponistinnen und Komponisten sowie frei entwickelte Improvisationen im Mittelpunkt des Konzerts. In diesem Jahr hatten vier Klavierlehrer*innen und zwei Schlagzeuglehrer der Musikschule Konstanz insgesamt 17 Jugendliche zusammengebracht, um gemeinsam eine unvergessliche HighNoon-Stunde (Konzerte finden immer um 12:00 Uhr statt) zu gestalten.

Mit spürbarer Freude, Konzentration und einer bemerkenswerten Musikalität traten die Schülerinnen und Schüler sowohl solistisch als auch in zwei Ensembleformationen auf. Die Darbietungen zeigten eindrucksvoll, wie selbstverständlich junge Menschen Zugang zu neuer, experimenteller Musik finden können, wenn sie Raum für Kreativität und Ausdruck erhalten.

Der Studiosaal war voll besetzt, und die Atmosphäre wurde von vielen Besucherinnen und Besuchern als zugleich entspannt, lebendig und inspirierend beschrieben. Das Publikum würdigte die Leistungen der jungen Musikerinnen und Musiker mit herzlichem Applaus.

So setzte das diesjährige NewKammer-Konzert ein weiteres Zeichen für die Bedeutung musikalischer Nachwuchsförderung und zeigte, wie kraftvoll und zugänglich Neue Musik sein kann, wenn junge Menschen sie auf die Bühne bringen.

(HighNoon - Freunde Neuer Musik e.V.)

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