29/09/2026
Tanzen oder zerstückelt werden: Ein Dutzend tätowierter Schwerverbrecher steht in einer schäbigen Gefängniszelle und versucht verzweifelt, eine Choreografie zu lernen. Nicht aus Spaß, sondern weil ihr Leben davon abhängt. Diese Szene fasst den Wahnsinn von GHOST IN THE CELL ziemlich gut zusammen.
In einem heruntergekommenen Gefängnis sterben die Insassen einer nach dem anderen, grausam zugerichtet und wie makabre Kunstwerke drapiert. Verdächtigt wird zunächst der Neuzugang Dimas, ein unscheinbarer Journalist. Doch bald macht eine andere Theorie die Runde: Ein Geist geht um und er verschont nur jene, deren Seele rein ist. Also wird gebetet, gemalt und getanzt, was das Zeug hält.
Unter der grellen Oberfläche verbirgt sich eine erstaunlich scharfe Gesellschaftskritik. Das Gefängnis ist Indonesien im Kleinen: Die Wärter sind korrupter als die Gefangenen, Gerechtigkeit ist käuflich, und der Gebetsraum glänzt, während der Rest des Baus verrottet. Ein System, in dem die Wahrheit keinen Platz hat. Und manchmal braucht es eben einen Geist, um das Unaussprechliche sichtbar zu machen.
GHOST IN THE CELL von Joko Anwar (Insta: ) springt abrupt zwischen Gore, Slapstick und Melodram hin und her, dass einem schwindlig werden kann. Aber gerade diese Unberechenbarkeit macht den Reiz aus. Man weiß nie, ob die nächste Szene zum Lachen, Weinen oder Wegsehen einlädt. Oft ist es alles gleichzeitig.
Spieltermin:
GHOST IN THE CELL
TBA
Indonesische OV mit englischen UT
Zebra Kino Konstanz
Mehr Infos: https://www.shivers.de/ghost-in-the-cell/
Tickets bald unter zebra-kino.de/tickets erhältlich.