01/07/2026
Geschichtsstunde der besonderen Art: Die letzten Jahre der Weimarer Republik – eine Zeit zwischen künstlerischer Blüte, politischer Radikalisierung und wachsender Gewalt. In ihrem Literaturkonzert »Deutschland, siehst du das nicht? – Untergang der Weimarer Republik (1929–1933)« zeichnen der Schauspieler Roman Knižka und das Ensemble OPUS 45 ein eindringliches Panorama dieser dramatischen Jahre.
Knižka verleiht den Stimmen der Zeit eine unverwechselbare Präsenz – mit Texten von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Mascha Kaléko oder Victor Klemperer. Zwischen Hoffnung, Ironie und wachsender Verzweiflung entsteht ein literarisches Zeitbild, das heute überraschend gegenwärtig wirkt. Die Musik – von Hanns Eisler, Kurt Weill, Erwin Schulhoff bis zu Cole Porter und den Comedian Harmonists – spiegelt die kulturelle Vielfalt und die Spannungen dieser Epoche.
Ein besonderes Kapitel widmet sich Kiel in den Jahren 1929 bis 1933. Anhand regionaler Ereignisse wird greifbar, wie politische Radikalisierung, Straßengewalt und die Aushöhlung demokratischer Strukturen auch vor Ort immer stärker den Alltag bestimmten – und wie schnell eine Demokratie ins Wanken geraten kann.
Gerade darin liegt die beklemmende Aktualität des Abends: Die Texte und die Musik stellen unausweichlich die Frage, was wir aus der Geschichte gelernt haben – und welche Verantwortung jede Generation trägt, wenn demokratische Werte unter Druck geraten.
Das Bläserquintett von OPUS 45 besteht aus Musikerinnen und Musikern der Hamburgischen Staatsoper, der Dresdner Philharmonie, des Beethoven Orchesters Bonn und der NDR Radiophilharmonie Hannover. Gemeinsam mit Roman Knižka verbinden sie Literatur und Musik zu einem intensiven Konzerterlebnis – klug, bewegend und hochaktuell.
Für ihre künstlerische Erinnerungsarbeit wurden Roman Knižka und OPUS 45 zuletzt mit dem Hans-Frankenthal-Preis des Auschwitz-Komitees ausgezeichnet.
Eine Veranstaltung der Partnerschaft für Demokratie Kiel und der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte