Literarischer Salon

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Rainer Frank zu Gast im Literarischen Salon am 11.05.2026.Foto: Nerea Lakuntza
05/06/2026

Rainer Frank zu Gast im Literarischen Salon am 11.05.2026.

Foto: Nerea Lakuntza

„Man ist in Europa ein Mal Staatsbürger und zweiundzwanzig Mal Ausländer.“ Kurt Tucholsky, 1924.Rund 60 Jahre später wur...
03/06/2026

„Man ist in Europa ein Mal Staatsbürger und zweiundzwanzig Mal Ausländer.“ Kurt Tucholsky, 1924.
Rund 60 Jahre später wurde dieser Slogan bekannt und beliebt:
"Alle Menschen sind Ausländer -- fast überall."
Die Idee, dass wir alle -- egal wo, wer, wann wir sind -- Ausländer seien, Fremde also, ist nicht neu.

Ece Temelkuran, die uns am Montag besuchte, denkt das in ihrem Brief-Buch "Nation of Strangers" (Rowohlt Verlag) noch weiter und überträgt die Idee der Heimatlosigkeit auch auf Entfremdungserscheinungen in der Hypermoderne (zB: KI). Sie weiß, wovon sie redet, wenn sie mit Salon-Moderatorin Lida Shams-Mostofi über Heimatskrisen als Identitätskrisen spricht. Denn sie ist Exilantin in Deutschland, seit sie 2016 aus der Türkei flüchtete.

Tucholsky hängte ans obige Zitat übrigens noch einen nicht unwichtigen Satz dran: "Wer weise ist: dreiundzwanzig Mal." Temelkuran nimmt genau die andere Richtung und fordert dazu auf, überall Inländer zu werden. Wem der Titel ihres Buches noch nicht programmatisch genug ist, lese den Untertitel: "Unsere Heimat sind wir". Die Heimat der Heimatlosen: die Gemeinschaft, die Empathie, das Menschliche.

Man kann das naiv finden, aber das ändert nichts an der Aktualität, Dringlichkeit und der poetischen Kraft der Briefe, die in Ausschnitten von Anja Herden vom Schauspiel Hannover vorgetragen wurden.

Großer Dank an die VGH-Stiftung für die Förderung unserer Reihe "Atlas der Literaturen".
Danke auch für die stets zuverlässige Unterstützung bei der Dolmetschtechnik durch die Firma teiwes.av Veranstaltungstechnik.

Fotos: Magdalena Vidovic

Hearoes: Veronika Wolter (HNO-Klinikchefin)/ Thomas Lenarz (ehem. HNO-Chef MHH)Mo | 8.6.2026 | 20 Uhr | Conti-FoyerdazuG...
01/06/2026

Hearoes: Veronika Wolter (HNO-Klinikchefin)/ Thomas Lenarz (ehem. HNO-Chef MHH)
Mo | 8.6.2026 | 20 Uhr | Conti-Foyer

dazuGEHÖRen: Schwerhörigkeit, Ausgrenzung, CI-Implantate

Veranstaltung ausgestattet mit mobiler FM-Anlage (Induktion) und Schriftverdolmetschung!

https://www.literarischersalon.de/2026/02/16/hearoes/

VVK beim Annabee Buchladen oder online:
https://rausgegangen.de/events/hearoes-dazugehoren-schwerhorigkeit-ausgrenzung-ci-implantat-0/

Hannover ist eine Welthauptstadt der Hör-Medizin. Die HNO-Klinik & DHZ, Medizinische Hochschule Hannover z.B. ist das weltweit größte Zentrum für Cochlea-Implantate und implantierbare Hörgeräte. Geprägt hat es Professor Thomas Lenarz, der Hannover als Chef der HNO-Klinik an der MHH an die internationale Spitze der Hörforschung brachte. „Wir machen Menschen hörend“ – damit wirbt das DHZ. Nach biblischem Wunder klingt das.

Dass solche Assoziationen naheliegen, beweist Dr. Veronika Wolter. Sie ist taub und hört gut. Sie muss nur ihr CI aktivieren. Wolter ist Chefin der Helios Hörklinik Oberbayern -- und die erste und einzige CI-tragende HNO-Klinik-Chefin auf der Welt. Heute implantiert sie selbst Cochlea-Implantate.

Die Geschichte, wie sie, nachdem sie als Mädchen stark schwerhörig wurde, against all odds Medizin studierte und Ohr-Chirurgin wurde, liest sich selbst wie ein Wunder. Wolter hat sie im Buch „Ich höre dich“ (riva Verlag) aufgeschrieben. In Hannover wurde ihr das CI eingesetzt – und zwar von Thomas Lenarz, ihrem damaligen Chef.

Am kommenden Montag treffen sich also nicht nur zwei der wichtigsten deutschen Koryphäen für implantierbare Hör-Technik auf unserem Podium oder ein ehemaliger Lehrer und seine ehemalige Schülerin, sondern auch ein Arzt und seine ehemalige Patientin.

Wir haben oft technische Themen behandelt, doch kaum eins ist gesellschaftlich relevanter als Hör-Technik. Fragen Sie die 10–15 Millionen Schwerhörigen in Deutschland. Kein Wunder, dass "Gehör" in "Zusammengehörigkeit" steckt.

Hören ist Teilhabe – und diese Dimension wird maßlos unterschätzt. Insofern verstehen wir den Abend auch politisch und als Beitrag zur Inklusion. Wolter und Lenarz haben zudem Tipps und Warnungen zum Ohrschutz im Alltag für uns alle. Die Veranstaltung soll aber nicht zuletzt wunder-voll sein – und das Wunder moderner Hör-Technik und ihrer Zukunft ebenso zeigen wie das persönlich inspirierende Wunder Wolter.

Salon-Moderator Joachim Otte weiß als Schwerhöriger, um was, um wieviel es geht.

Bis Montag, herzlich: Euer Salon-Team

Großer Dank an die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung/Spielfeld Gesellschaft

Dank auch an die Hörregion Hannover sowie an Cochlear Deutschland

Fernando Aramburu zu Gast im Literarischen Salon am 11.05.2026.Foto: Nerea Lakuntza Photography
29/05/2026

Fernando Aramburu zu Gast im Literarischen Salon am 11.05.2026.

Foto: Nerea Lakuntza Photography

Sophia Merwald zu Gast im Literarischen Salon am 07.05.2026.Foto: Nerea Lakuntza Photography
27/05/2026

Sophia Merwald zu Gast im Literarischen Salon am 07.05.2026.

Foto: Nerea Lakuntza Photography

Ece Temelkuran (Autorin): "Nation of Strangers"Fremd im eigenen Land, fremd in der neuen Stadthttps://www.literarischers...
26/05/2026

Ece Temelkuran (Autorin): "Nation of Strangers"
Fremd im eigenen Land, fremd in der neuen Stadt
https://www.literarischersalon.de/2026/02/16/nation-of-strangers/
Mo | 1.6.2026 | 20 Uhr | Conti-Foyer
VVK beim Annabee Buchladen oder online:
https://rausgegangen.de/events/ece-temelkuran-nation-of-strangers-0/

Das erhellende Drama der ersten Sätze. "Mama, ich komme nicht wieder heim." Welche Geschichten beginnen so? Es könnte eine herz- und/oder weltschmerzbewegte coming-of-age-Geschichte einer/s Pubertierenden aus Bielefeld oder Tauberbischofsheim sein. Im Zweifel mit Happy End.

"Nation of Strangers" (Rowohlt Verlag) ist nicht diese Geschichte und Ece Temelkuran nicht diese Person. Wenn ihre Geschichte überhaupt eins haben kann, dann nur ein Happy End mit Zweifel. Denn Ece Temelkuran, türkische Journalistin und Publizistin, ist nach 2016 heimatlos geworden. "Ich musste mein Land verlassen, um dem Faschismus zu entkommen, um schreiben, denken, einfach sein zu können. Die Inhaftierung von Leuten wie mir, sprich Regimekritiker*innen, war in der Türkei damals bereits an der Tagesordnung."

Was Exil und was Heimat bedeutet, für sie, für andere Exilant:innen, im Gemüt und im Alltag; was wir, die Bewohner:innen ihrer neuen Nie-so-ganz-Heimat, damit zu tun haben -- das erforscht Temelkuran in hochsensiblen Briefen an uns alle, und zwar "mit Sachlichkeit und Humor und ohne eine Spur von Larmoyanz" (Daniel Kehlmann), aber doch mit "ungeheurer Wucht" (Eva Menasse).

Am kommenden Montag stellt Ece Temelkuran das Buch bei uns im -- simultangedolmetschten! -- Gespräch mit Salon-Moderatorin Lida Shams-Mostofi vor. Ausgewählte Passagen aus dem Buch (von Michaela Grabinger aus dem Englischen ins Deutsche übertragen) trägt Anja Herden vor, Ensemblemitglied am Schauspiel Hannover.

Großer Dank an die VGH-Stiftung für die Förderung unserer Reihe "Atlas der Literaturen".

Nebelstempel zum Buchsignieren, hä?, wer hat denn sowas? Na ja, das hat halt die, die auch die Schweinestempel hat, ist ...
25/05/2026

Nebelstempel zum Buchsignieren, hä?, wer hat denn sowas? Na ja, das hat halt die, die auch die Schweinestempel hat, ist doch klar wie Nebel.
Am vergangenen Mittwoch besuchte uns Judith Schalansky.
Judith Schalansky ist eine pfingstwunderhafte Singularität.
Das Pfingstwunder, wir erinnern uns kurz, bestand sozusagen darin, dass alle, wegen akuter Begeisterung durch den Heiligen Geist, obwohl sie im Grunde keine Chance hatten, irgendwas zu verstehen, alle und alles voll gut verstanden. Das Pfingstwunder ist, insofern es als Sprach- und Themenwunder gelten kann, ein dezidiert literarisches; ein Anti-Babel sozusagen, wo das Chaotisch-Viele irgendwie eint und eine Ahnung höherer Ordnung vermittelt.

Nein, sorry, drunter machen wirs nicht, drunter machte es ja auch Salon-Moderatorin Mariel Reichard nicht, die gleich zu Beginn des Abends zugab, nach der Lektüre von Schalanskys "Marmor, Quecksilber, Nebel. Woraus die Welt gemacht ist" (Suhrkamp Verlag) gleichermaßen perplex und begeistert gewesen zu sein; dergestalt, dass sie Schwierigkeiten habe, überhaupt Fragen zu formulieren. Was normalerweise schlechte Voraussetzungen sein könnten für ein moderiertes Gespräch, aber das sagt nur, wer Judith Schalansky nicht kennt.

Hyperintellektuelles wechselte ins Kalauernde; vom Harzer Brocken bis zum mexikanischen Wrestling und zurück ist es auch nur ein Katzensprung. Begeisterung aber auch auf Schalanskys Seite, als sie erfuhr, zum Beispiel, dass Marmor eben nicht nur das ist, woraus die Welt gemacht ist, sondern auch, specifically, das ehemalige Conti-Vorstandsklo in unserem Foyer, das wir heute alle benutzen. Ebenso wie die schöne Wendeltreppe im Foyer, die zur Klo-Etage führt und ebenfalls heftige Schalansky'sche Be-geist-erung zu entfachen verstand. Was auch für unsere Old-School-Kabelmikros galt (siehe Foto "Schalansky, stehend").

Ob dieser Geist nun im Pfingstvorfeld (bzw zwei Tage nach unserem Papst-Abend) schon ein Heiliger war, lassen wir mal dahingestellt. Ganz sicher war es aber der Geist, der stets bejaht.

Großer Dank an die Stiftung Niedersachsen!

Fotos: Magdalena Vidovic

Matti Linke, Antonia Josefa, Annika Blanke und Tanja Schwarz zu Gast im Literarischen Salon am 04.05.2026.Foto: Nerea La...
22/05/2026

Matti Linke, Antonia Josefa, Annika Blanke und Tanja Schwarz zu Gast im Literarischen Salon am 04.05.2026.

Foto: Nerea Lakuntza Photography

Es ist eine andere Welt, vielleicht sogar auch eine Gegenwelt, über die am vergangenen Montag Salon-Moderator Jens Meyer...
21/05/2026

Es ist eine andere Welt, vielleicht sogar auch eine Gegenwelt, über die am vergangenen Montag Salon-Moderator Jens Meyer-Kovac (1. Foto li.) mit Marco Politi (1. Foto re.) und Andreas Batlogg sprach. Eine Welt, in und bei der Frauen grundsätzlich und offiziell nur bedingt mitmachen dürfen; eine Welt, bei der Ehe schwierig ist und die gleichgeschlechtliche erst. Zugleich ist es eine Welt, deren Vertreter für sehr viele Erdenbürger:innen die einzige echte politische Autorität darstellen.

Es ging also über die katholische Kirche im Allgemeinen und über den letzten und den aktuellen Papst im Besonderen: Franziskus I. (Bergoglio) und Leo XIV. (Prevost). Politi, langjähriger Erz-Vaticanista, hat letztes Jahr sein Buch "Der Unvollendete. Franziskus' Erbe und der Kampf um seine Nachfolge" vorgelegt; auch das Buch vom Jesuiten und Publizisten Batlogg über den neuen Papst erschien 2025 ("Leo XIV. Der neue Papst", beide Bücher im Verlag Herder).

Franziskus, so der Tenor, könne in vielerlei HInsicht als "Eisbrecher" gelten; die Frage ist, ob Leo, der, so der Tenor, in vielerlei Hinsicht als Weiterverfolger von Franziskus' Agenda gelten könne, Dinge nun zu verstetigen versteht. Klar ist aber: Da ist noch eine Menge Eis zu brechen.

Großer Dank an die Stiftung Kulturregion für die Förderung unserer Reihe "Sinn:Thesen"!

Fotos: Magdalena Vidovic

Mohamed Achour zu Gast im Literarischen Salon am 27.04.2026.Foto: Magdalena Vidovic
18/05/2026

Mohamed Achour zu Gast im Literarischen Salon am 27.04.2026.

Foto: Magdalena Vidovic

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Königsworther Platz 1
Hanover
30167

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