Das Projekt URSPRUNG Frankfurt gUG
Der Name URSPRUNG wurde gewählt, da er für einen absoluten Anfang steht. Die Ausrichtung des Konzeptes auf Mehrgenerationen – Arbeit und Handwerk gibt dem Namen URSPRUNG einen weiteren tiefen Sinn. Er steht für die alte, ursprüngliche Tradition der Handwerkergilden und ländlichen Großfamilien. Der Beruf / die Tätigkeit des Vaters wurde auf den Sohn weitergegeben.
Die Väter brachten den Söhnen ihr Handwerk bei und diese führten später die Geschäfte der Väter fort. Idee dieses Konzeptes ist es, Jugendlichen auf einfache Art und Weise Wege zur Berufsfindung bzw.-orientierung aufzuzeigen und dabei hilfreiche handwerkliche Tätigkeiten zu vermitteln, z.B. indem man sie anleitet, ein Moped zu reparieren, zu warten oder Möbelstücke aus Alt – bzw. Daneben möchten wir die Jugendlichen für ihre Umwelt sensibilisieren und ein Gegenmodell zum vorherrschenden Konsumverhalten anbieten. Wir werden versuchen, soweit es möglich ist, keine Materialien neu zu kaufen, sondern gezielt auf Recycling und Low Budget Materialien zu setzen. Auf diese Weise werden die Schüler lernen, welche Möglichkeiten in gebrauchten Gegenständen stecken und dass es nicht zwingend notwendig ist, alles neu anzuschaffen ohne eigenes Einbringen und damit passiv zu konsumieren.
„Denn wie so oft im Leben ist das Einfache das Echte.“
Auf diese Weise soll die Kreativität der Jugendlichen automatisch geweckt und gefördert werden. Hierbei ist es wichtiger, die Kunst der Improvisation sich wieder anzueignen. Diese Kunst ist in unserer Gesellschaft zunehmend in Vergessenheit geraten. Schüler verbringen heute ihre Freizeit oft in virtuellen Welten, mit vorgegebenen Regeln. Dies ist mehr ein Konsumieren als ein aktives Spielen. Es ist tagtäglich zu beobachten, dass Jugendliche nichts mehr mit sich anzufangen wissen, wenn keine PCs, Wiis, TVs oder Ähnliches zur Verfügung stehen. Bei URSPRUNG wird den Jugendlichen die Möglichkeit geboten, sich selbst auszuprobieren: verschiedene Arten von Handwerkstechniken werden vorgestellt und direkt mit der Gruppe erprobt. So werden die Jugendlichen ganz von allein lernen, sich mit spannenden Tätigkeiten zu befassen und Spaß an der Improvisation zu finden. Durch die erlernten handwerklichen Fähigkeiten, wird es ihnen möglich sein, eigene, individuelle Gegenstände aus recycelten Materialien herzustellen. Die Tatsache am Ende eines Kurses ein selbst geschaffenes, einmaliges Werkstück in den Händen zu halten, verändert die eigene Wertschätzung der Teilnehmer. Jeder kann etwas Individuelles entstehen lassen, ganz unabhängig von seiner sozialen oder finanziellen Herkunft. Wer gelernt hat mit einem geringen Budget, aber großer Kreativität und handwerklicher
Eigenleistung, etwas zu produzieren, wird Erfolg erfahren. Durch diesen Erfolg werden die Jugendlichen zufriedener mit sich und ihrer Umwelt. Und diese zufriedenen Jugendlichen lernen besser. Die erlernten Fähigkeiten und gemachten Erfahrungen werden den Schülern auch im späteren Leben weiterhelfen. Denn wer lernt, durch unterschiedliche Sichtweisen und Lösungsansätze Aufgaben und Problem zu bewältigen, kann auch im Erwachsenenleben neue, innovative Wege gehen. Praxis- Ablaufplan
Zu Beginn eines „Seminares“ wird mit den Jugendlichen gemeinsam ein Thema festgelegt. Das könnte z.B. der Bau eines Windrades aus alten Fahrradteilen oder der Umbau bzw. die Restauration eines Oldtimer-Mopeds sein. Die Planung und Umsetzung wird von der Lehrwerkstatt unterstützt und wenn notwendig angeleitet. Den Schülern wird das nötige Werkzeug zur Verfügung gestellt, der Umgang mit den verschiedenen Materialien und Arbeitsgeräten vorgeführt und erlernt. Bei der Durchführung dieser „ Arbeiten “ werden die Jugendlichen mit dem Arbeitsleben vertraut gemacht. Die Jugendlichen können so verschiedene Berufe ausprobieren und erste Erfahrungen sammeln. Diese ersten Schritte in der Berufswelt dienen den Jugendlichen als Orientierung für ihre spätere Berufswahl und erhöhen die Chancen bei der Lehrstellensuche. Vision
Zusätzlich ist geplant, Senioren oder aktive Handwerker, die Spaß an der Arbeit mit Jugendlichen haben, zur Vermittlung verschiedener Berufsbilder und handwerklicher Grundlagen, in die Projekte einzubinden.