04/01/2026
Am 26. Dezember 2025 verstarb mit Bahram Beyzai einer der einflussreichsten iranischen Regisseure. Der aus einer Baha`i-Familie stammende Beyzai war nicht nur Erneuerer des iranischen Theaters und Kinos, sondern auch ein bedeutender Theaterhistoriker und Mythenforscher. Als einer der ersten inszenierte er Iranerinnen in prägenden Hauptrollen. Seine Meisterwerke „Der Tod des Yazdegerd“ oder „The Ballad of Tara“ fielen lebenslanger Zensur zum Opfer, zahlreiche Projekte konnten nicht realisiert werden, so dass er 2010 zermürbt ins kalifornische Exil ging. In Deutschland war Beyzai zu Gast bei Roberto Ciuli am „Theater an der Ruhr“ in Mülheim, 2023 wurde „Yazdegerds Tod“ am Schauspiel Köln inszeniert. In den letzten Jahren konnte sein filmisches Werk durch die Bemühungen der Martin-Scorsese-Foundation wieder zugänglich gemacht werden; „Visions of Iran“ zeigte 2025 die restaurierte Fassung von „The Stranger and the Fog“.
Bahram Beyzai wird über Generationen hinweg als Wahrer des kulturellen Gedächtnisses des Iran verehrt und betrauert.