01/09/2019
Liebe Triathletinnen, Liebe Triathleten,
wir bewegen uns seit 2 Tagen in einer Art Schockzustand, wo wir nur versuchen irgendwie zu funktionieren.
Wir sind unendlich traurig, dass so etwas passieren konnte und wir verstehen es nach wie vor nicht.
Bis zur Letzen Minute haben wir darum gekämpft noch eine Genehmigung für ein Schwimmen im Fühlinger See zu erhalten.
Zuletzt hatten wir auch noch eine weitere Kürzung der Schwimmstrecke auf ein Kilometer (500 m hin und 500 m zurück) angeboten, um das Sichtfeld für die Wasserrettung nochmals zu verbessern. Somit wäre die Schwimmstrecke von 500 Meter mit 3 Rettungsbooten, 3 Rettungsbretter, Rettungskräften und Stand-up Paddler abgesichert gewesen.
Auch dies wurde nicht akzeptiert.
Aus unserer Sicht und auch aus Sicht der Wasserrettung hätte dies nicht sein müssen.
Einer unserer Mitarbeiter drückte es treffend aus: Es wurde seitens des Ordnungsamtes eine NULL TOLERANZ Strategie gegen unseren Sport, gegen die Teilnehmer, gegen die Sportstadt Köln (?), gegen uns selbst usw. gefahren.
Köln ist vielfach eine sehr tolle und vor allem auch tolerante Stadt, leider nicht im Sport.
Es scheint nun so zu sein, dass man diese Entscheidung so treffen konnte, aber das man diese Entscheidung nicht so treffen musste!?
Der Sport hatte es in Köln schon immer schwer, man muss mit den mannigfaltigsten Problemen „irgendwie“ zurechtkommen.
Es ist immer ein Spagat.
Dies ist jetzt allerdings eine neue Qualität!
Zu dem Absagegrund, welcher letztendlich auf Grund des Mangels an einem vollständigem „Dreier Team“ Rettungstaucher festgemacht wurde, können wir nur sagen das die Wasserwacht und auch wir alles Mögliche versucht haben diese Absicherung vor Ort zu bekommen.
Es stellte sich zunehmend als schwierig heraus, was von keiner Seite erwartet wurde.
Alle Anfragen (THW, Polizei, Feuerwehr, DLRG, Vereine) waren erfolglos. Aufgrund der Rechtslage darf die Feuerwehr uns auch keine Taucher für die Absicherung stellen.
Zwischendurch sah es dann so aus als ob alles gut geht, dann wurde es aber mit der Zeit immer problematischer.
Am Donnerstag vor dem Event hatten wir dann ein Taucher-Team aktivieren können. Das Taucher Team der DLRG Heinsberg hatte sich bereit erklärt die Absicherung zu übernehmen. Vielen Dank an dieser Stelle! Allerdings kam am Freitag morgen die Nachricht, dass sie es nicht machen könnten, weil ein Einsatzleiter im „Dreier Team“ fehlte.
Letztendlich hatte das Ordnungsamt uns in einem Aufschub nochmals bis 12.00 Uhr Zeit gegeben und dann die Entscheidung getroffen das unser CTW nicht als Triathlon stattfinden konnte.
Da auf der anderen Seite die DRK Wasserwacht nach Kräften alle möglichen Kanäle nach einem drittem Mann oder einem kompletten „Dreier Team“ Rettungstaucher durchsuchte und positive Vorab-Meldungen (aber noch keine komplette Zusage) an uns sandte, baten wir das Ordnungsamt auf der anderen Seite um eine vorläufige Genehmigung für den Fall das Rettungstaucher vor Ort wären.
Auch das verweigerte man uns in einem letzten Telefonat!
Auch solltet Ihr wissen, dass eine erste (unvollständige) Analyse ergeben hat, dass bei über ca. 98 % aller Triathlon Events keine Rettungstaucher eingesetzt werden.
Dazu kommt noch das unsere schöne Regattabahn im Fühlinger See mannigfaltige und hunderte Bojen auf dem Wasser hat und diese auch nochmals mit Leinen unter dem Wasser verbunden sind.
Für viele Athleten ist dies eine der schönsten und sichersten Schwimmstrecken in Deutschland, Europa und der Welt!
Letztendlich kam von der Wasserwacht (nachweislich) um ca. 14.30 Uhr die Nachricht das für den Sonntag nun ein komplettes Taucher-Team zur Verfügung steht.
Der Wettkampf hätte somit zumindest für den Sonntag funktioniert und auch den Samstag hätten wir vielleicht noch retten können. Aber leider war es zu spät, da uns eine Deadline von 12:00 Uhr gesetzt worden war.
Hätten man bei einer solch großen Teilnehmerzahl nicht alles unternehmen müssen, um den Triathlon zu retten? Auf unsere E-Mail um ca. 14:30 Uhr an die Ordnungsbehörde der Stadt Köln, dass wir für Sonntag ein Tauchertrupp haben wurde nicht mehr reagiert.
Es ist für uns einfach nur unverständlich warum man nicht zu mindestens einen solchen „Zwei Zeiler“ aufnehmen konnte?!
Damit sind nun sehr viele Menschen zu Schaden gekommen, welche bei etwas mehr und möglicher Toleranz sonst ein schönes Sport Wochenende bei uns in Köln verlebt hätten.
Viele hatten sich ein ganzes Jahr auf unser Kölner Triathlon Event vorbereitet.
Teilnehmer aus Dubai, Italien, Frankreich, Benelux, Deutschland und anderen Nationen standen nun völlig aufgelöst bei uns vor der Startnummernausgabe, während wir das Aus verkünden mussten.
Es wurde noch mit der ganzen Mannschaft diskutiert ob man einen Duathlon statt einem Triathlon durchführen könnte, aber die Probleme, welche das Team dabei sah, lies die Abstimmung sehr deutlich dagegen ausfallen. Da wir nur im Team existieren können, war damit auch diese Möglichkeit vom Tisch.
Dies bedauere ich sehr.
Die nächsten zwei Wochen werden wir alle Wege prüfen, ob und wie eine Rückzahlung, eine Gutschrift oder ähnliches erfolgen könnte.
Bitte lasst uns diese Zeit, so etwas geht nicht von heute auf morgen.
Wenn dies nicht funktioniert oder nicht in ausreichender Höhe, werde ich als letzte Konsequenz meine Unternehmung schließen müssen.
Es sei zu guter Letzt noch gesagt das eine Menge Leute große persönliche und finanzielle Opfer gebracht haben damit unser Kölner Triathlon fast 15 Jahre über die Bühne gebracht werden konnte.
Ich möchte hier nochmals persönlich meinen Dank dafür aussprechen.
Wie es weitergehen könnte wissen wir noch nicht, aber wir haben uns die letzten Jahre und vor allem auch die letzten Monate nach starken Playern und/oder Partnern umgesehen. Wir hatten gute Gespräche.
Unserer Meinung nach kann in einem solchem Umfeld auf Dauer nur ein wirklich sehr großer Player bestehen und die notwendige Sicherheit für die Teilnehmer gewährleisten.
Eine andere (eventuell zusätzliche) Möglichkeit wäre das Beisein eines großen Sponsors oder eine Ausfallversicherung der Stadt für ein Sport Event.
Ich habe Hoffnung das wir in diesem Bereich noch etwas hinbekommen.
Ich möchte mich bei allen Athletinnen und Athleten, Partner, Ausstellern entschuldigen das Ihr eine solche Enttäuschung erleben musstet und wir diese nicht abwenden konnten.
Soweit ein erstes kurzes Statement von uns, von mir.
Mit freundlichen Grüßen,
Uwe Jeschke
Jeschke & Friends Veranstaltungsservice