Hallo Leute,
mein Name ist Neven und ich bin eine leidenschaftliche Quaselstrippe! Schon in meiner Kindheit habe ich gerne Geschichten gesammelt und vervielfältigt. Natürlich wundere ich mich nicht, dass sich diese Leidenschaft zu meinem Beruf entwickelt hat. Hier ganz kurz mein CV:
Von 2005-2012 habe ich für einen Netzbetreiber in den unterschiedlichsten Positionen gearbeitet, um mir sowohl mei
ne Existenz und mein Studium zu finanzieren. Von 2009-2012 habe ich am Europäischen Theaterinstitut in Berlin Mitte, die Schauspielerei mit voller Hingabe erlernt und selbst finanziert. Heute arbeite ich als (ERM) Enterprise Relationship Manager und stehe täglich als „Workaholic“ auf der Matte. Wer etwas anderes erwartet hat, den will ich wenigstens von dem Witz dieses Projektes überzeugen.
1) Ich habe absolut 2 linke Hände was Mechanik angeht!
2) Ich habe noch nie in meinem Leben ein Zelt zusammen gebaut!
3) Ich habe noch nie in meinem Leben einen Fahrradreifen alleine gewechselt!
4) Ich kann nur 1 Wort auf polnisch sprechen.
5) Ich bin auf der Reise wirklich alleine! Ebenso möchte ich hiermit kurz ein Statement zum ganzen Projekt machen:
Vor ca. 6 Wochen ist diese Idee bei einem Picknick auf einer Wiese im Berliner Friedrichshain entstanden. Wir waren 5-7 Personen, die sich darüber unterhalten haben, dass man eine Fahrradtour an die Ostsee gemeinsam machen könnte, um dem Alltag zu entweichen und ein Abenteuer zu erleben. Kurze Zeit später kamen wir auf die Idee, dass demnächst das GYDNIA „Open‘er“ Rockfestival statt finden wird und wir gleich alle zusammen nach Danzig radeln können. Ich fand die Idee so geil, dass ich an nichts anderes die weiteren Tage darauf gedacht habe. Das Thema wurde jedoch seit dem nicht mehr angesprochen und jeder ist in seine Richtung weiter gegangen. Kurz darauf saß ich in einer wichtigen Sitzung mit der Geschäftsführung meiner Firma und wir haben über die Agenda 2013 gesprochen. Ich beobachtete die Gesichter aller Kollegen und habe versucht im richtigen Moment einzuwenden, dass ich in der ersten Juli-Woche gerne mit einer Multi-Kulti Gruppe nach Danzig zu einem Rockfestival radeln würde. Es war für wenige Sekunden totenstille im Raum, bis der Geschäftsführer mit einem „genial“ aufschrie und gleich eine Vision einer „Reality Show“ in Worte fasste. Ich schwitzte immer mehr vor mich hin und beobachtete, wie die Zustimmung im Raum immer größer wurde. Wunderbar – ich hatte mein Ziel anscheinend erreicht…?! Ich wollte doch nur 8-10 Tage frei bekommen. Doch jetzt wurde mir die Verantwortung für eine MEGA Social Media Marketing Kampagne übertragen! Wie sollte ich das meinen neuen Bekannten erklären? Werden sie mitmachen? Es hat noch nicht einmal 2 Wochen gedauert, da haben die weltweit größten Hardware Hersteller spontan die ersten „Finanzierungsvorschläge“ auf den Tisch gelegt. Unter höllischen Druck und unangenehmen Beigeschmack, habe ich nun die ganze Gruppe zusammengerufen und angefragt, ob wir das Konzept, so wie es vorgeschlagen wurde, umsetzen wollen. Am Anfang wurde das Ganze euphorisch angenommen und bestätigt, doch es sind sehr schnell viele wichtige Fragen entstanden. Wie abhängig macht man sich? Was muss man dafür leisten? Was ist der Nachteil der Geschichte? Usw…
Die allerschlimmste Vorstellung… aus dem gemeinsamen Urlaub wird ein Job! Man findet keine Ruhe! Nun, dennoch hat man mir Interesse bestätigt, doch ich sollte die volle Verantwortung für die ganze Reise tragen und es so komfortabel wie möglich für die Teilnehmer organisieren. Leider habe ich Aufgrund, der kurzen Zeit kein Budget erhalten, um jeder Person ein neues Fahrrad zu spenden. Doch ich habe eine Firma gefunden, die uns Hardware gespendet hat, die man locker nach der Reise verkaufen- und sich nachträglich die Unkosten erstatten kann und ggf. mit Gewinn heraus geht. Lange Rede kurzer Sinn… meine Kollegen sind aus Zweifel zur Stabilität der aktuellen Fahrräder und der gesundheitlichen Verfassung kurzfristig ausgestiegen. Achtung jetzt wird es wieder super lustig:
1) Ich habe mich natürlich nicht nur für meine gefühlten 70 Std. / Woche entschieden, sondern habe alles was in meiner Macht steht, versucht dafür zu tun, um nebenbei ein BIG ESCAPE aus dem Berliner Alltag zu schaffen. Fazit ich bin energetisch ausgesaugt! (Ich schreibe gerade übrigens nur über mein Business! Privates folgt noch!)
2) Ich (Ja, ich beginne immer mit „ich“, weil es selbstverständlich gerade um eine EGO Erfahrung geht) bin dankbar für diese Situation, weil ich jetzt am eigenen Leibe erlebe, was es wirklich bedeutet ALLEINE auf sich gestellt zu sein und so ein „Projekt“ stemmen zu müssen. Es ist sehr schwierig gewesen zu verstehen, was hinter so einem Projekt wirklich steckt! a) Meine gesundheitliche Sicherheit: Was passiert, wenn ich mitten in Polen stehen bleiben muss, einen Krampf in den Waden bekomme und keine Medizin, keine Mitmenschen und kein Handyempfang zur Verfügung steht!?!?!? b) Was passiert, wenn mein Körper sich infiziert und ich mitten auf der Fahrt Fieber, Grippe oder eine neue Krankheit bekomme? c) Was passiert, wenn ich einen Unfall selbst verursache und keiner in meiner Nähe ist? Fragen über Fragen! d) Was passiert, wenn mein Fahrrad kaputt geht? e) Was passiert, wenn ich überfallen werde? f) Was passiert, wenn ich mein Zelt am Waldrand aufschlage und ein Bär, Wolf, Fuchs o.ä. mich anfällt? g) Was passiert, wenn … was denkt ihr?
3) Richtig! Meine Freunde haben die Reise zu recht abgesagt! Sie sind sehr kluge Menschen und ich vertraue sehr ihrer Entscheidung. Mit vollem Respekt muss ich gestehen, dass wenn alle meine nahen Freunde und meine Familie, die mich zum Starten trotz Zweifel an der Reise, nicht unterstützen würden, dann wäre es ebenso für mich selbst sehr sehr sehr sehr sehr schwierig gewesen, all das so kurzfristig auf die Beine zu stellen, was nötig ist um die MINDESTVORAUSSETZUNGEN für meine Reise herzustellen. Es hätte sich wahrscheinlich ins Endlose gezogen! Was will ich jetzt eigentlich hiermit auf den Punkt bringen? Bereits jetzt habe ich so viel Neues gelernt und möchte diese Erfahrung gerne mit jedem teilen! Jeder der gerne Grenzen neu setzen will, jeder der sich neuen Herausforderungen stellen möchte, jeder der ein riesiges Potential an Risikobereitschaft hat, sollte sich im Klaren sein, was es tatsächlich bedeutet und welchen Gefahren man sich wirklich aussetzt. Ob ich nun für meine „Werbekampagnen“ jeglicher Art verurteilt oder gefeiert werde, spielt für mich ehrlich gesagt keine große Rolle mehr. Die Erfahrung gemacht zu haben, dass egal was ich versuche zu stemmen, immer jemand hinter mir steht und mich trägt, gibt mir heute das Gefühl, dass egal, was auf meinem Weg noch passieren wird, ich anscheinend irgendetwas auch richtig gemacht habe. In meinem bisher so kurzem Leben. Danke an alle, die mir bisher immer zur Seite standen! Cheers
Neven