11/03/2026
Buckelgeist
Der alte Weg von Rinchnach nach Poschetsried war früher bekannt dafür, dass sich dort ein Buckelgeist aufhält und sein Unwesen treibt. Der Buckelgeist nahm die Gestalt eines schwarzen Geißbocks oder eines schwarzen Hundes an. Es gibt viele Geschichten, wo Menschen nach dem Abendläuten diesen Weg gingen und ihnen der Geist auf den Buckel sprang. Kein Mensch konnte ihn dann mehr vom Buckel abschütteln oder runterziehen, alle mussten ihn angsterfüllt ein Stück des Weges mittragen. Erst wenn sie an einem Marterl vorbeikamen oder das Taganläuten kam, sprang der Buckelgeist ab und war wie in Luft aufgelöst.
Die Opfer des Buckelgeistes berichteten, dass dieser immer schwerer wird, je weiter man ihn trägt. Kurz bevor man an ein Marterl kommt oder die Kirchenglocken den Tag anläuten, wird der Druck so stark, dass das Opfer glaubt, es bricht gleich zusammen. Dieses alles deutet darauf hin, dass der Buckelgeist ein Alpgeist ist, der seine Lebensenergie aus der Angst seines Opfers saugt. Er steigert den Druck und so die Angst bis zum maximal Aushaltbaren, bevor er durch ein Marterl oder das Taganläuten seine Macht über das Opfer verliert.
Es gibt mehrere Orten im Bayerischen Wald, die für einen Buckelgeist berüchtigt sind, so auch der Anisberg bei Langdorf. Da diese meistens immer an denselben Stellen auftreten, sagt man hier, dass dieser Geist an den Ort gebunden ist und seinen Umkreis nicht erweitern kann. Berichte über Buckelgeister gibt es nicht nur im Bayerischen Wald, sondern aus vielen Ländern. Die erste Erwähnung über solche Geister findet man aus den Geschichten von Tausendundeiner Nacht: Sindbad
musste so einen Buckelgeist tragen.