Mongoleifestival

Mongoleifestival Kontaktinformationen, Karte und Wegbeschreibungen, Kontaktformulare, Öffnungszeiten, Dienstleistungen, Bewertungen, Fotos, Videos und Ankündigungen von Mongoleifestival, Bühne und Veranstaltungsort, Bürgerhaus, Am Tiergarten 6, Bärstadt.

03/02/2020

Tsagaan Sar wie immer? Ja!
29.2. im Bürgerhaus Bärstadt. PUNKT 18.00 ;-)
Helft mit, damit es so wird wie immer.

29/07/2019
Das war wieder ein klasse Konzert!Dank an die Musiker und Danke an die Besucher!
29/07/2019

Das war wieder ein klasse Konzert!
Dank an die Musiker und Danke an die Besucher!

Die mongolische Musikgruppe Börte gibt ein Konzert in der Bärstadter Martinskirche.

Mitten im Sommerloch ---
19/07/2019

Mitten im Sommerloch ---

Konzert der mongolischen Gruppe Börte in Bärstadt am kommenden Donnerstag, 25.7. um 20.00 h in der Martinskirche in Schlangenbad-Bärstadt.

Fühlt Euch sauwohl! Ein Gutes Neues!
05/02/2019

Fühlt Euch sauwohl! Ein Gutes Neues!

21/01/2019

Tsagaan-Sar-Feier des DMKV
am Samstag, dem 09.02.2019
Schlangenbad-Bärstadt, Bürgerhaus

Programm
18:00 Eintreffen der Gäste
18:30 Traditionelle Begrüßungszeremonie
19:00 Eröffnung des Buffets

20:00 Kulturelles Abendprogramm
- Livemusik
- Mongolei-Quiz
- Trachtenwettbewerb
- Tombola
- Mongolische Lieder und Tänze zum Mitmachen
- Mongolian Disco

Auch in diesem Jahr gibt es wieder frisch zubereitetes Schafsfleisch nach BärstadterTradition. Mongolische Freunde bringen Buzz etc. mit, die Deutschen können ja am besten Salat und Desert ;-)

Wir bitten daher alle Gäste darum, einen Essensbeitrag zum Buffet beizusteuern und pünktlich zur gemeinsamen Begrüßungszeremonie zu kommen.

Für Getränke ist gesorgt.

10/08/2018

Statt schöner Reiseberichte, wer wo überall was und wieviel gefuttert hat, mal paar Fakten zu meiner zweiten Heimat:

Үзэсгэлэнт аялалын тайлан, хаана хаана юу идсэн, юу идсэн бэ, миний хоёр дахь гэрийн тухай зарим баримт:

Eike Seidel:

Rundbrief Mongolei Aug. 2018

Flutkatastrophe und Dürre in der Mongolei –
Naturkatastrophe oder menschengemacht?

Aktuell erreichen uns aus der Mongolei Bilder von Überschwemmungen, Hagelstür-men und Orkanen. Teile der Hauptstädte der Provinzen Bayan Ölgii, Zavkhan, Hovd und Uvurkhangai standen teilweise unter Wasser. Diese Regenfälle sind Auswirkungen des diesjährigen Monsuns, der südlich des Himalaya noch weit größere Verwüstungen in In-dien und Nepal ausgelöst hat.
Das Rote Kreuz der Mongolei hat dazu detaillierte Zahlen veröffentlicht. Insgesamt sind knapp 3000 Personen in 792 Haushalten betroffen.
(Quelle: https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resource/MDRMN008do.pdf).
Am stärksten betroffen ist die Gemeinde Jargalant in Khovd, wo allein 692 Haushalte mit 200 Totalverlusten unter den Fluten betroffen sind. Andere Quellen sprechen von der Provinz Bayan Ölgii als der am heftigsten betroffenen Gegend.

Der nationale Katastrophendienst spricht sogar von 48 Todesopfern
(http://www.xinhuanet.com/english/2018-07/18/c_137333032.htm), die in diesem Sommer Opfer von Überschwemmungen geworden seien. Die Regierung hat hier zu Spenden zur Unterstützung der Opfer aufgerufen.
In den am schlimmsten betroffenen Gebieten hat die Verwaltung auch eine schnelle Regelung des Grundbesitzes versprochen: Seit 2003 hat jede Familie Anrecht auf den Besitz einer bestimmten Fläche von etwa 700 Quadratmetern. Wenn nun festgestellt wird, dass dieses Grundeigentum ungeeignet für eine Wohnbebauung ist, sollen die Familien ein alternatives Grundstück zugewiesen bekommen. (Ähnliche Probleme des Grundeigentums bestehen in Deutschland besonders im Rheintal, wo durch Wasserbaumaßnahmen der „Oberlieger“ das Hochwasserrisiko der „Unterlieger“, beispielsweise in Köln stark ansteigt).
Unwettergebiet Anfang Juli 2018

Auch in der Hauptstadt standen viele Straßen unter Wasser. In der Gobi wurden Hagelunwetter mit Hagelkörnern bis zu knapp 2 cm Durchmesser beobachtet. Dabei gab es Windgeschwindigkeiten von bis zu 50 m/s. Dies entspricht einer Windgeschwindigkeit von etwa 180 km/h. Solche Windgeschwindigkeiten werden in der Beaufort-Skala pauschal als Orkan (Windgeschwindigkeiten über 120 km/h) bezeichnet.
Als Folge der Überschwemmungen sind in einigen Orten Durchfallerkrankungen aufgetreten, da die Wassermassen die Latrinen überschwemmt haben. Insgesamt haben 216 Familien alles verloren. 55 Hektar Ackerland sind zerstört und etwa 1.500 Weidetiere sind verendet. Überschwemmte Jurten und verstopfte Kanalisation in UB

Etwa 100 km Straßen sind durch die Fluten zerstört worden, eine 145kV-Stromleitung wurde unterbrochen und sorgte für einen Stromausfall in den Provinzen Arkhangai, Bayankhongor, Uvurkhangai und Tuv.
Dürre und Regen – zwei Seiten derselben Medaille
Diese Ereignisse werden in der Mongolei (wie auch in anderen Ländern) gern als Resultate des Klimawandels angesehen, der – so sagen alle Prognosen – die Länder Mittelasiens und hier vor allem die Mongolei stark betreffen wird. Speziell in der Mongolei sind die Durchschnittstemperaturen seit 1940 insgesamt um mehr als 2 °C angestiegen. Dabei sind „eigentlich“ wärmere Sommer und kältere Winter die Prognosen.
(siehe: https://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/die-mongolei-und-der-klima-wandel-letzte-ausfahrt-ulaanbaatar-ld.110513).

Der Sommer ist in der Regel die Jahreszeit mit den größten Niederschlägen, während es zwischen September und Mai nahezu nie regnet bzw. schneit. Starkregenereignisse hat es in den Sommern immer wieder gegeben.
Die diesjährigen Regenfälle sind aber nur ein Teil der diesjährigen Wetterkatastrophen in der Mongolei. So war der gesamte Frühsommer durch eine große Trockenheit bestimmt, die in großem Teilen der Mongolei die Herdenbesitzer gezwungen hat, in Gegenden zu ziehen, in denen noch genügend Wasser und Gras für die Tiere verfügbar war. Teilweise
können diese Herdenbesitzer nun wegen einer der Maul-und-Klauenseuche-Quarantäne nicht mehr in ihre Weidegebiete zurückziehen.

Diese Trockenheit im Frühsommer wird als „Gan“ bezeichnet. Dies ist eine Futterkatastrophe, deren Folge erst im nächsten Winter zu sehen sein wird: Die Tiere können sich nicht genug Fett anfressen und es steht zu befürchten, dass deshalb im nächsten Winter große Tierverluste geben wird. An dieser Situation können auch die nun einsetzenden starken Regenfälle nur wenig ändern.
Diese gegenwärtigen Regenfälle sind Ausläufer des Monsuns, der seit 2002 in Indien immer größere Regenfälle mit sich bringt und der in diesem Jahr nach schweren Zerstörungen in Indien und Nepal die Himalayakette überwinden konnte. Nun gibt es Regenstürme in Nordchina und in der Mongolei (hier vor allem als Steigungsregen am Altai).
(http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-21696-2017-07-26.html)

Auch China ist betroffen
Auch in China sind die autonomen Gebiete und Provinzen Innere Mongolei, Sichuan, Gansu,Guangxi, Zhuang, Shaanxi, Guangdong und Hainan von den sintflutartigen Regenfällen im Juli betroffen. Gleichzeitig gehen diese Regenfälle mit außerordentlich hohen Temperaturen einher.
(Eine Übersicht bietet: https://reliefweb.int/disaster/tc-2018-000110-chn).
In der Inneren Mongolei waren es 338.00 Menschen, die vom Sturzregen betroffen wurden, 157.000 ha Ackerland wurden zerstört, 300 Häuser stürzten ein und insgesamt 9.308 mussten ihren Wohnsitz aufgeben.

Land der zornigen Winde
So heißt der Titel eines Buches von Galsan Tschinag. „Zornige Winde“ ist eine wunderbare Metapher für den Wind, den jede/r in der Mongolei am eigenen Leib erfahren kann. Seit vielen Jahren wird berichtet, dass ganze Vieherden vor diesem „zornigen Wind“ oft mehrere hundert Kilometer weit „fortgeblasen“ wurden und mühsam wieder zu den angestammten Weideplätzen zurückgetrieben werden müssen. Ebenfalls ist der Verlust von Jurten (Mongolisch: Gers) aufgrund von Stürmen eines der traditionellen Risiken der mobilen Tierhalter. In jeder Jurte hängt am Tonoo, dem Dachkranz, ein Seil, das nach festen Regeln schlangenförmig auf der Frauenseite unter die Dachstreben gesteckt wird. Dieses Seil dient dazu, einen schweren Stein unter den
Dachkranz zu hängen, damit die Jurte im Sturm und bei Abwesenheit der Bewohner nicht vom Wind weggeblasen wird. Die Jurte ist ja nicht mit Heringen am Boden befestigt, sondern steht frei.
Der Verfasser selbst hing sich im Sommer 2001 während eines Regensturms im Bulgan-Aimak an dieses Seil, um die Jurte zu sichern. Allgemein aber ist die mongolische Jurte gerade wegen ihrer im Vergleich zu anderen Jurten niedrigen Bauweise und dem flachen Dach besser gegen Wind geschützt als andere Jurtentypen. Bei einer befreundeten Familie in Hovd im Altai, wurde ein Windrad – der ganze Stolz der Familie, die damit als eine der ersten einen Fernsehapparat betreiben konnte, im ersten Winter zerstört, weil es den
wechselnden Windgeschwindigkeiten nicht standhielt.
Die heute berichteten Windgeschwindigkeiten von 180 km/h sind hoch, wurden aber im Winter 2017/2018 auch in Deutschland erreicht. Auch hier wurden Autos vom Wind weggedrückt, haben LKW-Lastzüge ihre Anhänger verloren, wurden Brücken wie die Fehmarn-Sund-Brücke für Lastzüge und Gespanne gesperrt. Auch die vielen umgestürzten Bäume, die vielfach den Eisenbahnverkehr unterbrachen, sind „Opfer“ dieser starken Winde gewesen.
In nahezu keinem anderen Land haben wir derartige beeindruckende Regenstürme und Gewitter erlebt wie in der Mongolei. Manchmal war im Regen buchstäblich die Hand nicht mehr vor den Augen zu erkennen, füllten sich die vielen Trockenbäche an den Abhängen mit Wasser und wurden zu unüberwindlichen reißenden Strömen. Die Mongolen wurden ganz traurig, weil diese Wassermassen die vielen Murmeltierbauten „durchspülten“ und
viele dieser aus verschiedenen Gründen beliebten Tiere dabei den Tod fanden.
Diese Wetterrisiken sind den mobilen Tierhaltern bekannt. Aus Erfahrung werden z.B. die Jurten eben nicht in Senken oder gar Trockentälern (Seir) errichtet, sondern auf leichten Erhebungen, zumindest aber vor Überschwemmungen geschützten Plätzen. Dass die Jurte eines mobilen Tierhalters vom Regen weggespült worden sei, haben wir nie gehört.

Menschengemachte Katastrophen
Wenn wir uns die neuen „Natur“-Katastrophen genauer anschauen, so ist leicht festzustellen, dass diese Ereignisse sich eben nicht in der – zunehmend verschwindenden – Umgebung des mobilen Viehhalters ereignen, sondern in Gegenden, in denen weniger die eher langsamen Klimaveränderungen, sondern eher die sprunghaften Verwerfungen der „Modernisierung“ dieses Landes die Verursacher sind.So hat schon im Jahr 2009 der Journalist Jargalsaikhan Dambardjaa anlässlich einer Überschwemmung der unteren Teile von Ulaan Baatar darauf hingewiesen, dass verantwortungslose Mitarbeiter der Bauämter ihre Pflicht sträflich vernachlässigt haben. Die Kanalisation der Straßen war unbrauchbar, teilweise zugeschüttet. Die Rinnen, in denen sich das Wasser hätte sammeln und die die Tuul hätte abfließen können, waren durch Querbebauung ihrer Funktion beraubt worden.
(Quelle: http://jargaldefacto.com/article/who-is-to-blame-for-the-floods).
Auch die Überschwemmungen im indischen Mumbai in diesem Jahr
haben dieselben Ursachen:
„Anhaltende Regenfälle haben in der indischen Finanzmetropole Mumbai am Sonntag viele Straßen unpassierbar gemacht. Anwohner werfen den von der Stadt beschäftigten Unter-
nehmen vor, Wartungsarbeiten an Straßen und Abflüssen nicht wie vorgesehen durchgeführt zu haben. Nur so könne es schon bei leichtem Niederschlag zu Überschwemmungen kommen“.
(http://de.euronews.com/2018/07/09/monsun-setzt-mumbai-unter-wasser)
Im Jahr 2016 haben wir in einer Gruppe die Stadt Erdenet besucht, wo Werner Kleefeld jahrelang die Wiederaufforstung eines „heiligen Berges“ betrieben hatte. Dort waren durch eine Mure nach einem Starkregen mehrere unterhalb des Berges errichtete Neubauten zerstört worden. Das ganze Neubauviertel war gebaut worden, um die in die Städte strebenden Landbewohner unterzubringen. Gleichzeitig war dieser Berg – zuvor ein Naturschutzgebiet – von den neuen Bewohnern abgeholzt worden, um Brennmaterial zu bekommen. Dadurch war der Boden nicht mehr in der Lage, das Regenwasser zu speichern
und die Katastrophe nahm ihren Lauf.
Ähnliches ist auch in der heutigen „Natur“-Katastrophe auf Bildern zu erkennen: Hier ist es ein ganzes Jurtenviertel, das durch die Flut weggerissen wurde – errichtet an einer ohne Kanalisierung und Drainage eigentlich nicht als Bauland brauchbaren Fläche.
Wenn wir uns an die „Katastrophen“ in Deutschland, z.B. im Kochertal in Baden-Württemberg und in Bayern der letzten Jahre erinnern, so waren diese Schäden in vielen Dörfern und Städten nicht vorrangig Ergebnis eines Jahrhundertregens, sondern ein Ergebnis einer Landnutzungspolitik, in der auf hügeligem Gelände vorwiegend Mais zur Erzeugung von Biosprit angebaut wurde. Für Mais mit den weiten Abständen zwischen den Pflanzen und einem von jedem „Unkraut“ bereinigten Boden ist aber bekannt, dass der Acker kein Aufräumarbeiten mit schwerem Gerät Wasser speichern kann. Mit den Fluten der Zerstörung wurden in Deutschland auch gleich Millionen Tonnen Erde in die Keller der Häuser gespült, verdreckt durch ausgelaufenes Heizöl und ähnliches. Die Schäden an den Oberleitungen der Bahn sind vor allem Ergebnis einer Vernachlässigung der Bundesnetzagentur bei der Wartung der Bahninfrastruktur und nicht Ergebnis besonderer Stürme.

Zerstörung der Lebensgrundlagen
Das extreme Klima der Mongolei hat immer wieder große Katastrophen ausgelöst. Sturm, Sturzregen, Dürre, Futterknappheit – all dies gehört zu den Risiken der mobilen Tierhalter in der Mongolei.
Weltweit bekannt geworden ist dabei vor allem die Dzud genannte Futterknappheit im Winter, in der immer wieder ein Teil des Weideviehs ums Leben kommt, zuletzt 2010, als ca. ein Viertel des gesamten Viehbestands verendete (damals über 10 Millionen Tiere). Davor waren es die Jahre 2000-2002, die vielen Viehhaltern die Existenz kosteten.
Dieses Risiko des Dzud ist ein bekanntes Risiko. In die sozialistische Verfassung der Mongolei wurde deshalb der Passus aufgenommen, dass die Weidetiere Reichtum des mongolischen Volkes seien. Dieser Passus begründet die Verantwortung der Gesellschaft für den Tierbestand. So wurden staatliche Zuchtstationen gebildet und den betroffenen Kooperativen (Negdel) nach Eintreten des Dzud im darauffolgenden Frühjahr Jungvieh
zur Verfügung gestellt, um die Verluste auszugleichen. Mit dem Übergang zur Marktwirtschaft sind diese gesellschaftlichen Solidaritätsmechanismen entfallen, ohne durch neue Risikovorsorgen ersetzt zu werden. Versuche einer verbindlichen Viehversicherung sind bislang gescheitert, auch deshalb, weil eine Versicherung allein ohne eine gezielte Nachzucht von Jungvieh ja lediglich den finanziellen Verlust ersetzen kann, nicht aber die Existenzgrundlage sichert.
Es gehört zu einer solidarischen Gesellschaft, dass derartige Risiken gemeinsam bewältigt werden durch Vorsorge und gegenseitige Hilfe.
Gegenüber 1990 hat sich die Zahl der Weidetiere in der Mongolei fast vervierfacht bei einer Verdoppelung der Einwohnerzahl. Dabei sind einige Landschaften in der Mongolei mittlerweile durch Landflucht nahezu menschenleer, so dass sich diese Menge an Vieh auf sehr viel kleinerer Fläche bewegt. Hinzu kommt eine Zerstörung von Weideland durch Straßen (bzw. unkontrollierte neue Fahrspuren) und Bergbau. Experten sprechen heute
davon, dass über zwei Drittel der genutzten Weide mittlerweile degradiert sei. Eine degradierte Fläche oder eine komplett von Bewuchs „gereinigte“ Fläche bietet jeder Art von „Wetter“ aber immer weniger Widerstand – ein menschengemachter sich verstärkender Mechanismus.

Die Konsequenz dieser Überweidung ist, dass immer weitere Weidegründe aufgegeben werden müssen. Dieser Prozess konnte in Europa in den Alpen beobachtet werden, als durch Übernutzung der Hochalmen sich „Gangeln“ genannte Viehspuren bildeten, an denen die Erde dann aufriss und die Weide auf unabsehbare Zeit zerstört wurde. Und was in den Alpen im Almgebiet u.a. der ungehemmte Skitourismus mit seinen Lift-Schneisen und
durch Pisten verdichtetem Boden an Umweltzerstörung hinzufügte, ist in der Mongolei das Durchwühlen der Erde nach Bodenschätzen mit den überall im Land zu beobachten- den Verwüstungen durch völlig ungeregelten LKW-Verkehr.

Die Urbanisierung, also die Konzentration eines immer größeren Teils der Bevölkerung in den städtischen Zentren ist in der Mongolei in vollem Gang. Mittlerweile lebt die Hälfte der Bevölkerung in der Hauptstadt, die mit mehr als 1,5 Millionen Einwohnern aus allen Nähten platzt. Fast die Hälfte von ihnen wohnt in den Jurtensiedlungen mit allenfalls rudimentärer Anbindung an Elektrizität, Trink- und Abwasser. Auch in den Provinzzentren wachsen die Jurtensiedlungen als eine Übergangsbehausung.
(Zur Urbanisierung in der Mongolei siehe auch eine Doktorarbeit:
https://opus.bibliothek.uni-augsburg.de/opus4/frontdoor/deliver/index/docId/2589/file/dissertation_Batayev.pdf)

Überall auf der Welt, insbesondere im globalen Süden sind diese Entwicklungen zu sehen: Die Favelhas in Brasilien, die Armutssiedlungen im Niger-Delta in Nigeria, die Townships in Südafrika. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
Doch die prekär lebende Bevölkerung in der Mongolei in den Jurtensiedlungen am Rande der urbanen Zentren wird ebenso „vergessen“ wie ihre Schicksalsgenossen in den anderen Ländern. Solange sich die politischen Machtverhältnisse nicht grundsätzlich ändern, werden derartige Ereignisse immer diese Verlierer der Globalisierung treffen. Weltweit sind
es die an den Rand der Gesellschaft gedrängten Menschen, die angesichts solcher Katastrophen unter diesen Versäumnissen der Verwaltungen und Regierungen zu leiden haben.

Dafür allein den Klimawandel verantwortlich zu machen, verschiebt die Verantwortung für das Elend dieser Menschen auf Naturereignisse, die wie die ägyptischen Plagen über das Land hereinbrechen. Das ist dann nur noch als zynisch zu bezeichnen.
Die große Katastrophe für die Viehhalter steht aber noch bevor: Die sintflutartigen Regenstürme des vergangenen Julis werden die schlechte, ausgedörrte Weide des Frühsommers nicht ausgleichen. Eher werden diese Fluten die noch bestehenden Weiden erodieren.
Diese Mangelernährung im viel zu trockenen Frühjahr wird in der Folge viele Weidetiere den Winter nicht überstehen lassen.

Eike Seidel
Ende Juli 2018

Impressionen vom Auftritt und Besuch der Gruppe Altai mit Moogii und Ganaa. Mit dabei die Gruppe Hatan.
02/07/2018

Impressionen vom Auftritt und Besuch der Gruppe Altai mit Moogii und Ganaa. Mit dabei die Gruppe Hatan.

19/06/2018
Schon jetzt vormerken und weitersagen:
28/04/2018

Schon jetzt vormerken und weitersagen:

Wirklich gute Fotos aus der Mongolei!
19/02/2018

Wirklich gute Fotos aus der Mongolei!

Am 23. Februar findet der nächste Vortrag statt: Mongolei – von Mensch zu Mensch Diese Multimediashow von dem ausgewiesenen Mongoleiexperten Frank Riedinger basiert auf Erlebnissen und Begegnungen…

Adresse

Bürgerhaus, Am Tiergarten 6
Bärstadt
65388

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