15/11/2025
Im cyberlab sind wir relativ oft mit der Frage konfrontiert, warum manche Fotoprints von Daten dunkler sind, als die an uns - z.B. ONLINE - geschickten Bilddateien auf dem eigenen Bildschirm der Kunden aussehen.
Die meisten professionellen Fotograf:innen unter unseren Kunden wissen natürlich, was ich hier an Informationen anbiete, ich darf es aber für alle Interessierten dennoch erklären, was in mehr als 90% der Fälle der Grund für „zu dunkle“ Prints ist und wie man zu einem funktionierenden Farbmanagement-Workflow kommt.
Gleich vorausgeschickt: Für die Kontrolle der Dateien und diverse Einstellungsarbeiten für den Druck haben wir im cyberlab professionelle Bildbearbeiter:innen, die - nach vorheriger Vereinbarung - auch gemeinsam mit den Kunden die Daten passend einstellen!
Bei der Bildbeurteilung und -bearbeitung auf dem eigenen Bildschirm beginnt es aber grundsätzlich mit der Notwendigkeit der korrekten Kalibrierung des Bildschirms. Leider sind viele einfache Bildschirme seitens der Hardware nicht korrekt kalibriert bzw. gar nicht kalibrierbar, meist zu hell durchstrahlt, und die Farbtemperatur ist fast immer auf 6500 Kelvin (K) und damit zu blau eingestellt.
Denn der ISO-Standard für das grafische Gewerbe (Datei zu Druck) ist 5000 K (mittleres Tageslicht)! Auf diesen Standard muss man daher den Bildschirm kalibrieren und die Dateien in der Bearbeitungssoftware einstellen. Auch das Druckergebnis muss unter 5000 K Beleuchtung betrachtet werden (unter Just Normlicht bzw. mittlerem Tageslicht).
Jede gute Druckerei und selbstverständlich alle professionellen Fotolabore und Fine Art Printstudios kalibrieren und vergleichen Datei und Druck unter 5000 K Farbtemperatur, das ist immerhin um 1500 K weniger blau als 6500 K.
Sobald der Bildschirm auf 5000 K kalibriert ist, muss noch die Durchleuchtung des Bildschirms um rund 20-25% reduziert werden, um das Motiv am Bildschirm ähnlich wie den Druck zu sehen und dadurch ein vergleichbares Druckergebnis - natürlich nur bei Beleuchtung des Drucks unter 5000 K - zu erzielen. Beurteilt man das Foto auf Smartphones, Pads, Laptops oder auf nicht kalibrierten Bildschirmen, sieht man es eben bei 6500 K und zu starker Durchleuchtung immer heller und blauer als den Druck unter 5000 K Aufsichtslicht.
Die „Wahrheit“ ist also - im cyberlab und bei allen professionellen Fotolaboren und Druckereien - IMMER der Druck, sofern man darauf vertrauen kann, das der Workflow korrekt ist. Dies überprüfen wir aber gerne mit euch, wenn etwas nicht passen sollte.
Man muss also IMMER den eigenen Bildschirm an die korrekte Druckansicht unter 5000 K angleichen, um auch künftig zu wissen, was man im Druck bekommt. Sobald man auf einem kalibrierten Bildschirm einen „zu dunklen” Druck „identisch zu dunkel” auf dem Bildschirm sieht, kann man beginnen, die Datei (z.B. im Photoshop) aufzuhellen und zu verbessern.
Das kann man grob auch mit nicht kalibrierbaren Bildschirmen versuchen, indem man z.B. erste Testprints als Vorlage zur Justierung des Bildschirms nützt. Im Idealfall sollte man aber einen kalibrierten Bildschirm für die Bildbearbeitung verwenden und mit ISO-Standard unter 5000 K und mit reduzierter Durchleuchtung im Photoshop o.ä. bearbeiten.
Oder - siehe oben - einfach unsere Bildbearbeiter:innen anrufen 🤓
https://www.just-normlicht.com/de/grafische-farbpruefung-d50.html