Trigonale - Festival der Alten Musik

Trigonale - Festival der Alten Musik ALTE MUSIK. NEUE MUSIK. ÜBERRASCHUNG. FREIE PLATZWAHL. RATHAUS ST. VEIT. SEPTEMBER. MATINEE

07/09/2026

KONZERT 8
Dido & Aeneas
Konzertante Aufführung
Henry Purcell (1659-1695)

Nichts ist so stark wie die Liebe, möchte man meinen … Doch lassen Sie uns die Geschichte von Anfang an erzählen: Aeneas, der trojanische Prinz, flieht aus seiner brennenden Heimatstadt und ist von den Göttern dazu auserkoren, im Land seiner Ahnen eine neue Stadt – das spätere Rom – zu gründen. Mit seinem Gefolge segelt er über das Mittelmeer gen Westen und der Zufall will es, dass er auf seiner Reise an den Gestaden Nordafrikas auf die wunderschöne Königin des Karthagerreichs – Dido – trifft.

Augenblicklich ist er ihr verfallen, auch wenn die Angebetete zu Beginn seinem Werben nicht nachgeben will. Erst als auch sie vom Pfeil Amors getroffen wird, erbrennen beider Herzen in größter Liebe zueinander. Die Verheißung aber sieht anderes für Aeneas’ Leben vor, als an der Seite Didos ein geruhsames Leben in Karthago zu verbringen. Und da – wie wir nur zu gut wissen – die Helden der Antike noch viel obrigkeitshöriger als liebestoll waren, blieb Aeneas nichts anderes, als Dido zurückzulassen, weiterzusegeln und seine Mission zu Ende zu bringen.

Das Ende der Geschichte ist allgemein bekannt: Die verlassene Königin mit gebrochenem Herzen sieht keinen anderen Ausweg, als sich das Leben zu nehmen, doch nicht ohne uns zuvor eines der bewegendsten Lamenti der Musikgeschichte zu singen.

Henry Purcells einzige Oper, geprägt von besonderem melodischen Erfindungsgeist, erzählt auf eindrucksvolle Weise die Geschichte des trojanischen Helden und der karthagischen Herrscherin. In ihr kommen menschliche Leidenschaften ebenso wie Nöte, Sorgen und tiefste Verzweiflung, aber auch die Unerbittlichkeit des göttlichen Willens unverstellt zum Vorschein. Mit diesem Werk hinterließ uns der Orpheus Britannicus eine Ausnahmekomposition, die sich schon zu Lebzeiten des hochgeschätzten Komponisten höchster Beliebtheit erfreute.

Anita Giovanna Rosati, Carine Tinney – Sopran
Johanna Zachhuber – Mezzosopran
Jan Petryka – Tenor
Wolf Matthias Friedrich – Bass
Alison Luthmers, Aliona Kalechyts-Pietrowskaja – Violine
Hana Hobiger – Viola
Majella Münz – Cello
Eva Euwe – Violone
Jadran Duncumb – Theorbe
Johanna Soller – Cembalo, Orgel & Leitung

02/09/2026
31/08/2026

KONZERT 7
Melancholy & PLEASURE
Musizieren Musizieren im Consort
Stiftskirche St. Georgen/Längsee

Wahrlich unruhige Zeiten waren es, die die Engländerinnen und Engländer im 17. Jahrhundert zu durchleben hatten, geprägt von tiefgreifenden politischen und religiösen Umwälzungen, Revolution und Bürgerkrieg. All das sollte sich auch – wie konnte es anders sein? – auf das musikalische Leben auswirken. Unter Oliver Cromwells Regentschaft (1649–1658) wurden nicht nur Theater geschlossen, auch die Möglichkeiten für groß angelegte Kompositionen und öffentliche Aufführungen waren äußerst begrenzt. Musik wurde zur Privatsache und fand weitestgehend im häuslichen Umfeld statt. Dies wiederum sollte dazu führen, dass sich das Musizieren im Consort – also in kleiner Besetzung – abermals größter Beliebtheit erfreute und zu neuerlicher Hochblüte gelangte.

Aufbauend auf der großen elisabethanischen Musiktradition gelang es Komponisten wie Matthew Locke (1621– 1677), John Blow (1649–1708) sowie den Brüdern Henry (1659–1695) und Daniel Purcell (1664–1717) auf beeindruckende Art und Weise den musikalischen Beweis dafür zu liefern, dass Melancholy and Pleasure auch in dunklen Zeiten nebeneinander existieren können …

Anna Dennis – Sopran
Alison Luthmers, Judith Steenbrink – Violine
Danka Nikolic – Viola
Majella Münz – Cello
Christine Sticher – Violone

27/08/2026

Konzert 6:
MINUS EST PLUS
Stiftskirche St. Georgen/Längsee
SA, 05.09. | 19 Uhr

Wer von uns denkt beim Hören von klassischer Musik an den Gregorianischen Choral? Wohl kaum jemand! Dabei bildet dieser das Fundament unserer abendländischen Musikkultur und fasziniert auch noch 1.300 Jahre nach seiner Entstehung. Und das, obwohl er sich nur weniger Töne bedient, ganz ohne Instrumentalbegleitung auskommt und in ruhigem Tempo vorgetragen wird. Vielleicht liegt es gerade an dieser absoluten Reduktion der Mittel, die in krassem Gegensatz zu unserem oftmals überladenen Leben und hektischen Alltag steht …

Johan Helmich Roman (1694–1758) gilt nicht nur als einer der bedeutendsten schwedischen Komponisten seiner Zeit, er war auch ein Virtuose auf der Violine. Aus seinem OEuvre sind uns etwa 20 Werke für Violine solo – genannt Assaggi (zu Deutsch: Kostprobe oder Experiment) – überliefert. Er selbst bediente sich dieser, um sein Spiel auf der Violine zu erforschen und zu verbessern. Alison Luthmers, kanadisch-amerikanische Musikerin mit Wahlheimat Schweden, verstand die Werkbezeichnung Assaggi gewissermaßen als Einladung, es dem Komponisten gleichzutun.

Es braucht nicht immer viele Stimmen und groß besetzte Ensembles, denn nicht selten zeigt sich: Weniger ist mehr.

GRACES & VOICES
Antanina Kalechyts
Adrija Čepaite
Aliona Kalechyts-Pietrowskaja
Laine Tabora
Jasmin Vorhauser

Alison Luthmers – Violine

26/08/2026

KONZERT 5:
LONDON IS THE PLACE TO BE
Musikalischer Hotspot des Barocken Europas

Rathaus St. Veit/Glan
FR, 04.09. | 19 Uhr

Spätestens zu Beginn des 18. Jahrhunderts – verbunden mit dem Aufstieg des britischen Empires zur bestimmenden Kolonialmacht – setzte eine Entwicklung ein, die sich durchaus günstig auf das musikalische Leben Londons und darüber hinaus auswirken sollte: Das aufstrebende Bürgertum wollte unterhalten werden und verlangte nach Konzerten und Opernaufführungen. Dies führte wiederum dazu, dass die Metropole an der Themse für Musikschaffende mehr und mehr zum „place to be“ avancierte, auch zahlreiche Komponisten aus dem europäischen Ausland anzog und somit zu einem wahren Schmelztiegel barocker Musikkultur wurde.

Georg Friedrich Händel (1685–1759) ist mit Sicherheit der prominenteste unter jenen, für die England zur zweiten Heimat wurde. Doch auch die beiden Komponisten Francesco Geminiani (1687–1762) und Muzio Clementi (1752– 1832) sollten der englischen Musik ihren – vornehmlich italienischen – Stempel aufdrücken und so die weitere Entwicklung der englischen Musik maßgeblich beeinflussen.

Überdies erklingen an diesem Abend Werke ihrer englischen Musikerkollegen William Boyce (1711–1779) und Charles Avison (1709–1770). Letzterer übrigens einer der zahlreichen Schüler F. Geminianis.

Anna Dennis – Sopran
Kinga Ujszaszi, Judith Steenbrink – Violine
Danka Nikolic – Viola
Emma Black – Oboe
Majella Münz – Cello
Elisa La Marca – Theorbe
Christine Sticher – Violone
Johanna Soller – Cembalo & Orgel

www.trigonale.com/p/p4.mp4SO, 05.07. | 20 UhrRappresentatione di Anima et di CorpoKonzert 04Ob Emilio de’ Cavalieris Rap...
05/07/2026

www.trigonale.com/p/p4.mp4

SO, 05.07. | 20 Uhr
Rappresentatione di Anima et di Corpo
Konzert 04

Ob Emilio de’ Cavalieris Rappresentatione di Anima et di Corpo (1600) tatsächlich als erste Kirchenoper bezeichnet werden kann, darüber lässt sich trefflich streiten. Als gesichert gilt jedenfalls, dass es sich hierbei um einen Meilenstein der Musikgeschichte handelt, markiert das Werk doch den Wendepunkt zwischen Mysterienspiel und frühbarocker Oper.

Der Inhalt des Spiels von Seele und Körper, so der Titel im Deutschen, ist rasch erzählt: Seele (Anima) und Körper (Corpo) sind sich uneins darüber, ob der wahre Ort des Friedens denn nun hier auf Erden oder aber im Himmel zu finden sei. In ihrem Disput treffen sie auf zahlreiche allegorische Figuren (Zeit, Lust, Verstand, guter Rat), die sie in ihrer Entscheidung zu beeinflussen versuchen. Am Ende tragen Verstand und guter Rat den Sieg davon: Das weltliche Leben wird als Vorort der Hölle entlarvt, der Weg ins himmlische Paradies verbleibt als einzig anzustrebendes Ziel.

Im heiligen Jahr 1600 in Rom uraufgeführt, entfaltet sich das Werk als zutiefst menschliche Reflexion über Wahlmöglichkeiten und das Ringen um ein authentisches Leben in einer chaotischen und verführerischen Welt – Themen von zeitloser Aktualität.

Das Team um Emilė Ribokaitė präsentiert die Rappresentatione als szenische Produktion. Musikalisch fühlen sich die Künstlerinnen und Künstler der historisch informierten Aufführungspraxis verpflichtet; die Inszenierung hingegen greift nicht nur auf Schauspieltraditionen des 16. und 17. Jahrhunderts zurück, sondern lässt sich auch von zeitgenössischer Kunst inspirieren. Ganz bewusst wird auf eine – vordergründig – religiöse Darstellung verzichtet, um die Handlung über konfessionelle Grenzen hinaus wirken zu lassen.

Diese Produktion ist das künstlerische Abschlussprojekt von Emilė Ribokaitė, mit dem sie ihren Masterstudiengang Musik und Szene in Transformation an der Musik-Akademie Basel beendet. Unterstützt wird sie dabei von einem internationalen Ensemble aus jungen Musikerinnen und Musikern, allesamt Absolventinnen und Absolventen der Schola Cantorum Basiliensis. Emilė Ribokaitė ist nicht zum ersten Mal bei uns zu Gast – bereits 2024 begeisterte sie unser Publikum gemeinsam mit Kolleginnen mit dem Projekt Quiet Songs in der Seminarkirche Tanzenberg.

14/06/2026

KONZERT 04
Rappresentatione di Anima et di Corpo
Emilio de’ Cavalieri (ca. 1550–1602)

Ob Emilio de’ Cavalieris Rappresentatione di Anima et di Corpo (1600) tatsächlich als erste Kirchenoper bezeichnet werden kann, darüber lässt sich trefflich streiten. Als gesichert gilt jedenfalls, dass es sich hierbei um einen Meilenstein der Musikgeschichte handelt, markiert das Werk doch den Wendepunkt zwischen Mysterienspiel und frühbarocker Oper.

Der Inhalt des Spiels von Seele und Körper, so der Titel im Deutschen, ist rasch erzählt: Seele (Anima) und Körper (Corpo) sind sich uneins darüber, ob der wahre Ort des Friedens denn nun hier auf Erden oder aber im Himmel zu finden sei. In ihrem Disput treffen sie auf zahlreiche allegorische Figuren (Zeit, Lust, Verstand, guter Rat), die sie in ihrer Entscheidung zu beeinflussen versuchen. Am Ende tragen Verstand und guter Rat den Sieg davon: Das weltliche Leben wird als Vorort der Hölle entlarvt, der Weg ins himmlische Paradies verbleibt als einzig anzustrebendes Ziel.

Im heiligen Jahr 1600 in Rom uraufgeführt, entfaltet sich das Werk als zutiefst menschliche Reflexion über Wahlmöglichkeiten und das Ringen um ein authentisches Leben in einer chaotischen und verführerischen Welt – Themen von zeitloser Aktualität.

Das Team um Emilė Ribokaitė präsentiert die Rappresentatione als szenische Produktion. Musikalisch fühlen sich die Künstlerinnen und Künstler der historisch informierten Aufführungspraxis verpflichtet; die Inszenierung hingegen greift nicht nur auf Schauspieltraditionen des 16. und 17. Jahrhunderts zurück, sondern lässt sich auch von zeitgenössischer Kunst inspirieren. Ganz bewusst wird auf eine – vordergründig – religiöse Darstellung verzichtet, um die Handlung über konfessionelle Grenzen hinaus wirken zu lassen.

Diese Produktion ist das künstlerische Abschlussprojekt von Emilė Ribokaitė, mit dem sie ihren Masterstudiengang Musik und Szene in Transformation an der Musik-Akademie Basel beendet. Unterstützt wird sie dabei von einem internationalen Ensemble aus jungen Musikerinnen und Musikern, allesamt Absolventinnen und Absolventen der Schola Cantorum Basiliensis. Emilė Ribokaitė ist nicht zum ersten Mal bei uns zu Gast – bereits 2024 begeisterte sie unser Publikum gemeinsam mit Kolleginnen mit dem Projekt Quiet Songs in der Seminarkirche Tanzenberg.

Adresse

Winklern 17
Maria Saal
9063

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