03/12/2019
KLANGBÄUME INNSBRUCK JINGLE NR.7 "FLICKERINGNOISE"
In Begleitung zum bereits angekündigten Interview mit Felix Gorbach hier der 90-sekündigen Klangimpuls: "FlickeringNoise"
https://soundcloud.com/ferdinand-holzmann/klangimpuls-flickeringnoise
FELIX GORBACH IM INTERVIEW MIT HdM_sub
Lieber Felix, deine Funktion in der Projektreihe HdM.sub ist ja, wie bereits vorangekündigt, sehr vielseitig. Gibt es so etwas wie einen Themenschwerpunkt oder eine Sache, in der du dich am meisten ins Projekt miteingebunden siehst?
Das Zusammenführen von unterschiedlichen Elementen ist in meiner Arbeit der eigentliche rote Faden.
Ich als Mediengestalter konnte mich deswegen auch bisher sehr vielseitig in der HdM.sub-Reihe einbringen. Im Gegensatz zu meinem Compagnon Hanno Mayer, der mit mir zusammen den Großteil der audioreaktiven Visuals gestaltet hat, war ich in der Projektentwicklung der Klangbäume stark miteingebunden und konnte mit Hannes Kerschbaumer, Harald Pröckl und Ferdinand Holzmann das künstlerische Gesamtkonzept zur Liveperformance am 15. Juni entwerfen.
Als Beispiel sei der partizipative Ansatz bei den Klangbäumen erwähnt. Das normalerweise passiv konsumierende Publikum wurde gesamtheitlich sichtbar. Einerseits wurden die Impulse der Teilnehmer in die musikalische Performance eingebunden und daraus resultierend auch in den Visuals projiziert.
In einer Feedbackschleife konnten die Zuseher mit ihren Mobiltelefonen zu bestimmten Zeitpunkten Lichtimpulse an eine Kamera senden, die dann auf eine Leinwand im Konzertsaal projiziert wurden. Mittels Fragmenten grafischer Notation hat Hannes Kerschbaumer die Lichtimpulse mit dem Ensemble interpretiert. Dabei wurden die visuellen Inputs des Publikums in die Visuals von Hanno Mayer und mir mitaufgenommen.
Der Unterbau der Visuals wurde auch mit vorproduzierten Filmsequenzen gestaltet. Beispielsweise hat Ansah Aqua, ein Mitglied der Tanzakademie des Street Motion Studio aus der freien Szene, die Bewegungsdaten für die computergenerierten Charaktere getanzt. Ebenso mussten die zahlreichen sprechenden Münder für einen anderen Teil der Performance filmisch voraufgezeichnet werden. Die Animation bei der Liveperformance wurde dabei basierend auf den Tonsequenzen des Ensembles erstellt.
Neben deinen Unterrichtstätigkeiten als Dozent an der Werbe Design Akademie (WDA) Innsbruck und am Medienkolleg Innsbruck arbeitest du parallel an vielen eigenen Projekten. Wie ist es zu deiner Entscheidung gekommen, im Projekt HdM_sub eine so tragende und auch zeitaufwändige Rolle einzunehmen?
Beim Door-Opener, also dem 2. Projekt von HdM.sub, wurde ich von Tobias Hanny mit an Bord geholt. Das von Ferdinand Holzmann detailreich ausgearbeitete Storyboard der Kamerafahrten hinterließ einen bleibenden Eindruck. Frei nach dem Motto “The hard is what makes it great“ sowie der Anspruch und die dabei zu erwartende Qualität hat schlussendlich den Ausschlag gegeben, dass ich Ferdinand durch seine Projektreihe begleite. Die Ergebnisse sprechen dann natürlich auch für sich.
Die Umsetzung der extrem komplexen Steadycamfahrten reizte mich seit dem ersten Blick ins Storyboard. Während der drei Drehtage, in der die Oneshot-Sequenz in den Kammerspielen verwirklicht wurde, musste beispielsweise ein eigener Masseur besorgt werden, damit die Schultern und Rücken der Tänzerinnen und Tänzer und des Steadycamoperators, also mir, den Ansprüchen standhalten konnten.
Das eigentliche Ziel der Projektreihe war oder ist ja die projektbezogene Beheimatung subkultureller Szenen im Haus der Musik Innsbruck. Seht ihr euch dort inzwischen auch angekommen? Und wie funktioniert die Zusammenarbeit mit hausinternen Institutionen bzw. dem dort zuständigen Personal?
Trotz oder vielleicht sogar wegen der extremen Anstrengungen, die im Haus auch sehr wohl wahrgenommen wurden, gestaltete sich die Zusammenarbeit sehr kollegial. Selbst ein ausgelöster Feuerwehreinsatz wegen des zu gut gemeinten Nebels konnte das gute Arbeitsklima nicht beeinträchtigen.
Natürlich sehen wir uns im Haus der Musik Innsbruck angekommen. Allein wir von HdM_sub haben in den letzten eineinhalb Jahren drei immer größer werdende Projekte im Haus realisieren können und sind dabei großherzig aufgenommen und nach allen Kräften und Möglichkeiten unterstützt worden.
Das Konzept ging also vollends auf. Im ersten noch illegalen Projekt „Occupied“ konnte aufgezeigt werden, dass im Konzept des Haus der Musik Innsbruck die Integration der Subkultur wünschenswert ist. Frei nach dem Türöffnerprinzip resultierte daraus im Projekt „Door-Opener“ die erste gelungene Zusammenarbeit mit den Entscheidungsträgern des Hauses. Im Projekt Klangbäume gelang es, alle hausinternen Institutionen erstmalig zu vereinen und diese in intensiver Zusammenarbeit mit der freien Szene zu verbinden.
Hier der Link zum legendären "DOOROPENER" von HdM_sub
https://www.facebook.com/dakoenntjajederkommen/videos/2210833745868335/