pianOdra Klavierfest
unter dem Motto „american ways“
Jedem Kinofan ist in Filmen wie „Star Wars“ oder „Psycho“ oder „Basic Instinct“ automatisch auch John Williams, Bernard Herrmann und Jerry Goldsmith begegnet: zeitgenössische amerikanische Komponisten, deren Schaffen weit mehr als das der Avantgarde beliebt und erfolgreich ist. Von George Gershwin bis John Cage und von Charles Ives bis Leonard
Bernstein haben sich aber auch zahlreiche Meister auf dem Gebiet hervorgetan, das man im traditionsbewussten Deutschland als „E-Musik“ bezeichnet. Im Schaffen der meisten von ihnen vereinen sich die unterschiedlichsten Einflüsse: Jazz oder Pop begegnen dem klassischen Konzert – die Sinfonik greift lateinamerikanische Folklore auf. Die Trennung von „U“- und „E“-Musik kennt man jenseits des Atlantiks nicht einmal auf der Begriffsebene – liegt in dieser Unvoreingenommenheit das Wesensmerkmal der US-amerikanischen Kunst im Allgemeinen? Erfreuen sich Welterfolge wie „Rhapsody in Blue“ oder „West Side Story“ deshalb ihrer umfassenden Beliebtheit, weil sie eher auf die Vitalität der populären Kräfte als auf die Intellektualität europäischen Kulturbewusstseins setzen? Antworten bietet das erstmals in Frankfurt (Oder) stattfindende pianOdra Klavierfest unter dem Motto „american ways“. Wie kein anderes Instrument ist das Klavier in allen Bereichen der Musik eine feste Größe - auf den schwarzen und weißen Tasten ist also die reiche Vielfalt vom Jazz bis zur Moderne zuhause. Darüber hinaus jährt sich 2017 der Tod Scott Joplins zum einhundertsten Mal: wer wäre berufener als der Schöpfer des Welthits „The Entertainer“, aus diesem Anlass zur Begegnung mit amerikanischer Klaviermusik einzuladen?!